Es ist eine Weltpremiere. Lenovo übernimmt das PC-Geschäft von IBM. Ein chinesischer Konzern, dessen Name bis vor kurzem niemand kannte, schluckt Teile eines westlichen Industrie-Giganten. Man stelle sich vor, Mercedes-Benz verkaufte seine Motorenentwicklung an ein chinesisches Unternehmen und begnügte sich ab sofort mit Design und Vertrieb. Aber vielleicht ist ja auch das bald Wirklichkeit.

Yang Yuanqing heißt der schlanke Mann, der der Weltwirtschaft eine neue Vision bietet: China als High-Tech-Land. Seit mehr als zehn Jahren schon steht der 40-Jährige an der Spitze von Lenovo, aus einem kleinen Handelsgeschäft hat er den größten Computerhersteller Asiens geformt. Als Lenovo im Mai für 1,25 Milliarden Dollar die PC-Produktion von IBM übernahm, katapultierte sich der Konzern an die dritte Stelle in der Welt, gleich hinter den Branchenführern Dell und Hewlett-Packard. "Lenovo ist nun kein chinesisches Unternehmen mehr, sondern ein multinationales", sagt Yang stolz, als er erstmals einen Journalisten in sein Pekinger Chefzimmer vorlässt.