Barbara Frischmuth
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Im Alter von 83 Jahren

Autorin Barbara Frischmuth gestorben

Die steirische Autorin Barbara Frischmuth ist im Alter von 83 Jahren in ihrer Heimat Altaussee gestorben. Sie hinterlässt ein umfangreiches literarisches Erbe.

Barbara Frischmuth wurde 1941 in Altaussee geboren und wuchs in einem Hotelbetrieb auf. Sie besuchte das Gymnasium in Gmunden und Graz und studierte an der Karl-Franzens-Universität Dolmetschen, wobei sie sich später dem Ungarischen und Türkischen zuwandte. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Am 30. März 2025 ist Frischmuth in ihrer Heimat Altaussee gestorben.

Zum Älterwerden hatte sie ein entspanntes Verhältnis, wie sie anlässlich ihres 80. Geburtstags im APA-Interview sagte: „Das Altwerden gehört zum Natürlichsten der Welt. Wenn man nicht alt werden will, gibt es nur eine Alternative: früh sterben. Und das habe ich verabsäumt.“

Debüt in den 1960er Jahren

Ihre literarische Karriere begann in den 1960er Jahren, als sie Gedichte veröffentlichte und Teil der „Grazer Gruppe“ wurde. Nach dem Erfolg ihres Debüts „Die Klosterschule“ (1968) erschienen bereits in den 70er Jahren im Residenz Verlag wesentliche Werke von Barbara Frischmuth, darunter die Romane „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976), „Amy oder die Metamorphose“ (1978), „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979) sowie zahlreiche Bände mit Erzählungen und kürzeren Texten.

Erst vor wenigen Wochen hatte sie mit „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ ihren letzten Erzählband veröffentlicht – in dem sie ihre Expertise als Dichterin wie Gärtnerin zusammenführte. So unterschiedlich Frischmuths Helden aus der Tierwelt darin aussehen, so einhellig ist der Ansatz in den vier Erzählungen: In allen wird versucht, mit viel Fantasie den Gegensatz zwischen Mensch und Natur zu überwinden. Es ist der Traum einer friedlichen, auf gegenseitigem Verstehen fußenden Koexistenz, den Frischmuth hier in vielfältiger Weise spann.

Radio-Hinweis
In memoriam Barbara Frischmuth bringt Ö1 Montag um 21.00 Uhr die „Menschenbilder“-Sendung „Traumgrenze – Die Schriftstellerin Barbara Frischmuth“ von 2021. Am Dienstag liest Elisabeth Findeis in den „Radiogeschichten“ (11.05 Uhr) aus Frischmuths Essay „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“, ab 16.05 Uhr bringen die „Tonspuren“ das Feature „Ich habe immer zur Nische tendiert. Die etwas anderen Lebenswege der Schriftstellerin Barbara Frischmuth“. Am Samstag um 14.00 Uhr steht Frischmuths „Iris Elegantissima“ auf dem Programm des „Ö1 Hörspiels“.

In vielen Ländern tätig

Frischmuth lebte und arbeitete in vielen Ländern, darunter die Türkei, Ungarn und die USA, und hielt an verschiedenen internationalen Universitäten Vorlesungen. Zurück in Altaussee, veröffentlichte sie auch ihre Gartenbücher und widmete sich weiterhin dem Schreiben und Übersetzen. In ihren Vorlesungen „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (Residenz Verlag 2021) hat sie noch einmal der Überzeugung Ausdruck verliehen, die vor allem ihr spätes Werk wie auch ihre Gartenbücher prägte: „Dass wir Menschen nur eine Art von unendlich vielen sind, die auf diesem Planeten leben“, und uns nicht anmaßen dürfen, über andere Arten zu herrschen, sondern mit ihnen im Einklang leben sollten.

Vielfach ausgezeichnet

Immer wieder hat die Autorin ihre Stimme erhoben, wenn statt Verständigung und Toleranz Terroranschläge oder Kriege interkulturelle Beziehungen beherrschen oder Flüchtlingspolitik sich nicht als humanitäre Hilfe, sondern als Abschottung herausstellt. Frischmuth erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 1972, den Anton-Wildgans-Preis 1973 und den Franz-Nabl-Literaturpreis 1999. 2005 wurde sie mit dem Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln gewürdigt, 2011 folgte das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark, 2019 das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien und der Ehrenring des Landes Steiermark.

Erst im Juni vergangenen Jahres wurde Barbara Frischmuth mit dem Ehrenzeichen des Landes für Wissenschaft, Forschung und Kunst geehrt – mehr dazu in Persönlichkeiten mit Ehrenzeichen geehrt (7. Juni 2024).

Würdigungen aus der Politik

Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) sagt in einer Aussendung zum Tod von Barbara Frischmuth: „Mit dem Ableben von Barbara Frischmuth verliert die Steiermark eine bedeutende Persönlichkeit. Das Land Steiermark wird ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren.“

Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom (ÖVP) trauert um Frischmuth und würdigt ihre herausragenden Lebensleistungen: „Barbara Frischmuth war an vielen Orten dieser Welt, blieb ihrer Heimat, dem Ausseerland, aber immer verbunden. Sie schrieb Geschichten nieder, wie es nur wenige vermögen.“