Zum Inhalt springen

Westneuguinea

Vollständiger Artikel
Aus Wikivoyage
Welt > Eurasien > Asien > Südostasien > Indonesien > Westneuguinea
Westneuguinea
Hauptstadt
Einwohnerzahl
Fläche420.540 km²
Postleitzahl
Vorwahl
Lagekarte

Westneuguinea ist der indonesische Teil von Neuguinea. Es ist im Westen durch die Halmaherasee von den Nord-Molukken, im Süden durch die Arafurasee von Australien getrennt. Nach Norden ist die nächstliegende bewohnte Inselgruppe Palau, gut 800 km entfernt. Eine schnurgerade Landgrenze zu Papua-Neuguinea besteht am 141. östlichen Längengrad in der Inselmitte.

Hintergrund

[Bearbeiten]

1 Westneuguinea hat einen Anteil von 53% an der Landfläche der Insel Neuguinea, die restlichen 47% bilden den Staat Papua-Neuguinea. Wichtigster Gebirgszug in West-Neuguinea sind die von West nach Ost verlaufenden 1 Maokeberge , wo sich der höchste Berg von West-Neuguinea befindet, der 4884m hohe Puncak Jaya .

Geschichte

[Bearbeiten]
Karte von Neuguinea („Nova Guinea“) um 1600

Die ersten Siedler kamen spätestens 48000 vor Christus von Südostasien in die Gegend der heutigen Insel, die erst etwa 6000 vor Christus nach der letzten Eiszeit von Australien getrennt wurde.

Als Entdecker der Insel gilt der portugiesische Seefahrer Jorge de Meneses, der 1526 landete und seine Entdeckung „Insel der Bewohner mit krausigem Haar“ (portugiesisch: Ilhas dos papuas) nannte.[1] Er startete am 22. August 1526 in Goa Richtung Molukken, wurde aber vom Nordwest-Monsun abgetrieben und musste auf den 2 Schouten Islands einen Monat lang den Wechsel der zyklischen Winde zum Südost-Monsun abwarten.[2] 1528 gab ihr der Spanier Álvaro de Saavedra den Namen „Goldinsel“ (spanisch: Isla del oro), der sich aber nicht durchsetzte. Denn als der Spanier Íñigo Ortiz de Retes zwischen dem 15. Juni und 16. August 1545 an der Nordküste an mehreren Stellen landete, nannte er sie „Nueva Guinea“ wegen der Ähnlichkeit ihrer Bewohner zum westafrikanischen Guinea.[3]

Die Niederländer erreichten Westneuguinea im Jahre 1828, im selben Jahr errichteten sie das 1 Fort Du Bus , das sie 1836 wegen der schwierigen Natur-Bedingungen wieder aufgaben. Eine Kolonialverwaltung begann erst 1898. Die erste geologische Erkundung der Gegend fand 1907 statt. Im Oktober 1962 übertrugen die Niederländer die Verwaltung des Gebiets auf die UN, die es im Mai 1963 an Indonesien übergab.[4] Die nach dem Putsch des indonesischen Generals Soeharto folgenden Massaker in Indonesien 1965 bis 1966 fanden auch hier statt, als mörderische „Kommunisten“ galten alle für Unabhängigkeit Eintretende. Das Act of Free Choice-Referendum aus 1969, bei dem 1020 „geschulte” Wahlmänner für das Weiterbestehen der indonesischen Oberhoheit stimmten, war die wohl offensichtlichste Wahlmanipulation.

Für Indonesier der Hauptinseln kommt eine Versetzung nach West-Neuguinea oft einer Exilierung bzw. Bestrafung gleich. Die Auswirkungen der massenhaften Umsiedlung javanischer Armer (transmigrasi) und Missionierung durch vor allem amerikanische fundamentalistisch-evangelikale Sekten auf die Kulturen der indigenen Bevölkerung waren in den letzten fünfzig Jahren verheerend. Die Bevölkerung teilt sich heute je zur Hälfte in indigene Papuaner und Transmigranten, die vor allem in den Städten an der Küste leben.

Rücksichtlose Ausbeutung von Bodenschätzen und illegaler Holzeinschlag (der immer unter Kontrolle korrupter Militärs steht) sowie Plantagenwirtschaft führen zu einem raschen Rückgang der reichen Biodiversität durch massive Umweltschäden.

Klima, Flora und Fauna

[Bearbeiten]
Klimadiagramme von Küstenorten
Manokwari im Norden.

Die Insel Neuguinea liegt in den Inneren Tropen. Deshalb kann die Trockenzeit (Mai bis November) und die Regenzeit (Dezember bis April) klar voneinander abgegrenzt werden. Die Trockenzeit wird durch den Südost-Passat, die Regenzeit durch den regenreichen Nordwest-Monsun beherrscht. Die Temperaturen liegen ganzjährig tagsüber an den Küsten bei 25 bis30 °C, sie können auch gelegentlich über 32°C steigen. Nachts liegen sie über 20°C. In den Höhenlagen ab 1500 Metern herrscht gemäßigtes Klima, nachts kann es zu Frost und Schneefall kommen. Die relative Luftfeuchtigkeit ist ganzjährig sehr hoch bei 85-90%, nachmittags sinkt sie auf 70%.

Registriert wurden mindestens 282 Säugetierarten, darunter Baumkängurus, Beutelmarder, Kletterbeutler, Ringbeutler und 75 Arten von Fledermäusen. Mindestens 779 Vogelarten können beobachtet werden, darunter alleine über 40 Arten der Paradiesvögel, Laubenvögel, Papageien und die flugunfähigen Kasuare. Über 400 Reptilienarten (130 Schlangen-, 251 Eidechsen-, 17 Schildkröten- und 2 Krokodilarten) kommen vor. Geschätzt werden mindestens 14.000 Pflanzenarten (1200 Baum-, 2800 Orchideen- und 170 Rhododendron-Arten), das sind mehr Pflanzenarten als auf jeder anderen tropischen Insel. Der primäre tropische Regenwald bedeckt etwa 75% der Inselfläche.

Vulkane gibt es in West-Guinea – anders als in Papua-Neuguinea – im engeren Sinne nicht, sondern lediglich geothermische Aktivitäten wie in den 3 Cyclops Mountains mit dem 4 Pegunungan Cycloop (2034m) und die 5 Kumawa Mountains (1489m), die vulkanischen Felder der 6 Wondiboy-Halbinsel oder die geothermischen Gebiete der 1 Sorong-Falte .

Regionen

[Bearbeiten]
hellgrün: Irian Jaya Barat, dunkelgrün: Provinz Papua

In West-Neuguinea gibt es folgende Regionen:

Region Hauptstadt
2 Papua 1 Jayapura
3 Papua Barat 2 Manokwari
4 Papua Barat Daya 3 Sorong
5 Papua Pegunungan 4 Walesi
6 Papua Selatan 5 Salor Indah
7 Papua Tengah 6 Wanggar

Umgangssprachlich wird diese administrativ 2003 vorgenommene Trennung jedoch nicht unterschieden; die Bezeichnungen Irian Jaya und Papua werden auch auf die Gesamtregion angewandt.

Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten]
Karte
Karte von Westneuguinea

Städte

[Bearbeiten]
Jayapura
  • Jayapura : 414.000 Einwohner, größte Stadt der gesamten Insel Neuguinea
  • Sorong : 296.000 Einwohner
  • 7 Merauke : 250.000 Einwohner
  • 8 Nabire : 180.000 Einwohner
  • Manokwari : 136.000 Einwohner
  • 9 Sentani : 85.000 Einwohner
  • 10 Fakfak : 83.000 Einwohner
  • 11 Mulia : 23.000 Einwohner, 2106m hoch

Nationalparks

[Bearbeiten]
Der Lorentz National Park

In West-Neuguinea gibt es nur drei Nationalparks:

  • 7 Lorentz National Park
  • 8 Teluk Cenderawasih National Park
  • 9 Wasur National Park

Der 25.056  km² große Lorentz National Park ist der größte Nationalpark in Südostasien.

Flüsse, Berge, Seen

[Bearbeiten]
Der Puncak Jaya ist der höchste Berg Ozeaniens

Längster Fluss der Insel ist der 1126km lange 10 Sepik River , der in Papua-Neuguinea entspringt, für wenige Kilometer nach West-Neuguinea abdriftet und in Papua-Neuguinea in die Bismarcksee mündet. Nur ein wenig kürzer ist der 1050km lange 11 Fly River , der ebenfalls kurz nach West-Neuguinea fließt, um dann in den Golf von Papua zu münden. Der 700km lange 12 Mamberamo River ist ein rein im Westen der Insel fließendes Gewässer. Der 13 Lake Sentani ist mit 600km² der größte Binnensee West-Neuguineas, gefolgt von den 14 Paniai Lakes (150km²), 15 Lake Rombebai (137km²) oder dem 16 Lake Habbema (2km²), letzterer auf einer Höhe von 3319m gelegen.

Höchster Berg in ganz Ozeanien und weltweit höchster Inselberg ist der 4884m hohe 17 Puncak Jaya . Seine Besteigung (UIAA-Skala: III-IV) hat Expeditionscharakter. Der Anmarsch von/nach 12 Ilaga dauert mindestens 6 Tage. In der Nähe befindet sich die seit 1972 bestehende größte Tagebau-Gold- und Kupfermine der Welt, die 2 Grasberg Mine (Sperrgebiet).

Mobilität

[Bearbeiten]
Der Trans Papua Highway nahe Manokwari

Längste Straße der gesamten Insel Neuguinea ist der 4325km lange (andere Angaben schwanken zwischen 3375 und 3985km) 3 Trans Papua Highway / Jalan Raya Trans Papua von Sorong nach Merauke. Er wurde 2014 begonnen und wird in – selbst für Allradfahrzeuge derzeit schwer durchdringlichen – Teilbereichen noch asphaltiert (asphaltiert sind 2263km). Er führt durch schwieriges Gelände im Regenwald und für 202km durch den Lorentz-Nationalpark. Die Komplettierung ist für November 2026 vorgesehen. Das Bauprojekt ist umstritten, denn ihm fallen erhebliche Flächen bisher unberührten Regenwalds zum Opfer. Die Fernstraße weist Schlaglöcher auf und ist stets durch Erdrusche gefährdet.

Abgelegenere Ortschaften sind nur durch Kleinflugzeuge zu erreichen, entweder – falls Platz ist – in regulären Versorgungsflügen (1-2 Mal pro Woche) oder per Charter. Ansprechpartner hierfür ist Associated Mission Aviation. Deren Preise sind hoch, die Zustände der Landepisten meist miserabel.

Reiseerlaubnisse

[Bearbeiten]

Der Surat Jalan, vollständiger Name Surat Keterangan Jalan (SKJ), ist ein Reisedokument, das ausländische Reisende mit sich führen müssen, wenn sie in Gebiete in den indonesischen Provinzen West-Papua oder Papua fahren, die von der indonesischen Regierung nicht freigegeben sind. In der Praxis betrifft dies den größten Teil von Papua und Gegenden, in denen die Befreiungsbewegung aktiv ist. Auch die Straße zwischen 13 Timika und 14 Tembagapura (Konzessionsgebiet Freeport-McMoRan) ist verbotenes Gebiet. Das Dokument ist für die Dauer des Visums des Reisenden gültig. Zu beantragen ist das Dokument bei der Polresta-Dienststelle, die in den Verwaltungssitzen der jeweiligen Residenturen angesiedelt sind. Das Amt in Jayapura stellt Erlaubnisse für die gesamte Region aus, andere nur für ihre Residentur. „Bearbeitungsgebühren“, für die es keine Quittung gibt, beschleunigen die Ausstellung. Man sollte Kopien anfertigen, diese werden bei Kontrollen einbehalten. Am Zielort hat man sich innerhalb 24 Stunden bei der Polizei anzumelden.

Jayapura (und Sentani am Flughafen), Manokwari und Sorong sowie die Insel Biak sind immer ohne Erlaubnis zugänglich.

Ausflüge

[Bearbeiten]
Bilder aus West-Neuguinea
Eine Frau vom Stamm der Suku Dani in Wamena.
Inseln
  • 18 Biak : Im Norden gelegene Insel.
  • 19 Yapen : Im Norden gelegene Insel.
  • 20 Raja Ampat : Im Nordwesten gelegene Inselgruppe. Ausländer zahlen 1 Mio. INR Nationalparkgebühr für beliebig viele Besuche innerhalb eines Jahres.
Lorentz-Nationalpark
  • Lorentz-Nationalpark / Taman Nasional Lorentz : Ob zum Besuch des Weltnaturerbes SKJ erhältlich sind, hängt von den Aktivitäten der Unabhängigkeitskämpfer ab. Im Park leben die Baumkänguruhs (Dendrolagus sp). Die Erreichbarkeit über Timika wurde durch den Ausbau des 1 Mozes Kilangin Airport (IATA: TIM) 2014 stark verbessert.
Baliem-Tal
Angehöriger des Dani-Stammes mit Penisköcher im Baliem-Tal

Zur Reise ins 21 Baliem-Tal ist ein SKJ erforderlich. Offiziell herrscht Alkoholverbot, was seit einigen Jahren weniger streng kontrolliert wird. Nicht in allen Ortschaften der Region sind Fremde willkommen. Für Wanderungen kann man einen einheimischen Führer anheuern. Regenzeit ist Dezember bis Februar, trockener Juni und Juli. Die Durchschnittstemperatur ist ganzjährig 19°C.

Kleinere Landeplätze, die mit zu charternden Kleinflugzeugen erreichbar sind, gibt es im Gebiet der Yali bei 15 Ninia , 16 Angguruk und 17 Kosarek . Die größte Ortschaft 18 Wamena hat einen Flugplatz und einige Unterkünfte.

Sonstige

Die Landschaft ist besonders in den Seitentälern 19 Wolo und Walesi spektakulär, sie erfordern eine gewisse Anstrengung. Von Warema nach 20 Piramid , 21 Bokondini bis 22 Karubaga sollte man einen Tag pro Etappe planen.

Straßen ins Umland gibt es bis 23 Nduga , die kurze Strecke bis 24 Kurima (zu den Lani) und 25 Tiom (zum Stamm der Dali), deren letztes Dorf 26 Kiroma , ist 12 Stunden Marsch von Kurima. Es gibt zwei anstrengende Routen über 22 Elit Pass , einfacher (aber länger) über Ninia die dann ins Territorium der Yali führen.

Im Dorf 27 Jiwika hat man sich wegen der dort ausgestellten 250 Jahre alten Mumie namens Wim Motok Mabel auf Touristenbesuch eingerichtet, zur Besichtigung werden 100.000 INR fällig, Übernachtungen in einer Eingeborenenhütte kosten ebenso viel. Auch beim FotografNieren werden gerne 5000 IR pro abgelichteter Person verlangt. Fotoerlaubnisse für Festivitäten erteilen die Clanchefs (kepala suku) zum Pauschalpreis. (Dies sind praktisch die einzigen „Touristendollars“, die bei den Einheimischen ankommen.)

Sprache

[Bearbeiten]
Untergruppen der Papua-Sprachen auf Neuguinea (Forschungsstand 2013)

Amtssprache ist Bahasa Indonesia. Unter den Zugezogenen vor allem in der Küstenregion, im Hochland hunderte, von oft nur wenigen tausend Stammesangehörigen gebrauchte Sprachen gehören zu der Papua-Familie. Englisch wird nicht überall verstanden, insbesondere nicht in den abgelegenen Gebieten.

Reisevorbereitung

[Bearbeiten]

Der Tourist sollte sich bewusst sein, dass er in eines der zivilisationsfernsten Gebiete der Welt reist. Es gibt wenig touristische Infrastrukturen, Mobilfunkempfang ist auf die dichter besiedelten Gebiete beschränkt. Für bestimmte Regionen ist die Reiseerlaubnis SKJ vor Reiseantritt einzuholen.

Wanderungen sind auch ohne die sich zahlreich aufdrängenden Führer möglich (wer etwas Bahasa Indonesia kann, bekommt sie deutlich billiger). Verpflegung und Gastgeschenke sollten mitgeführt werden, zu kaufen gibt es in den Dörfern in der Regel nichts. Auch ein Schlafsack ist für kühle Nächte in Höhenlagen sinnvoll.

Anreise

[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug

[Bearbeiten]

Innerindonesisch wird der 2 Flughafen Jayapura (IATA: DJJ) am häufigsten angeflogen.

Mit dem Schiff

[Bearbeiten]

Innerindonesische Fährverbindungen mit Pelni gibt es von Jakarta, Makassar und Surabaya. Die Frachter der Perintis/ASDP bedienen auch kleinere Häfen, wobei der Fahrplan vom Frachtgut mit abhängig ist und somit vor Ort zu erfragen ist. Benutzt man diese Schiffe, sollte man Proviant mitführen.

Segelyachten

Zu den Formalitäten siehe im Landesartikel. Aus dem Ausland kommende müssen den Papierkrieg in Sorong eerledigen. Weder Jayapura noch Raja Ampat sind offizielle “ports of entry”. Gerade für Sorong gibt es mehrere Berichte über Einbrüche in Yachten. In diesem Hafen ist auch die Ausstellung eines ”visa on arrival” nicht möglich. (Die Öffnung Jayapuras als “port of entry” war 2018 geplant, hier gäbe es das Visum.) An Formalitäten zu erledigen ist:

  1. Quarantäne (hinter dem Swiss Bell Hotel) und Einholung des Free Pratique.
  2. Zoll, mit den Quarantänepapieren, Mannschaftslisten, Registrierung usw. Kopien sind nicht mehr nötig, alles wird gescannt. Die MMSI des ASI wird verlangt.
  3. Grenzpolizei (nur 30 Tage visumsfrei, oder mit vollem Visum).
  4. Unter Umständen wird man vom Zoll noch zur Pflanzenquarantäne (Biosecurity) oder Hafenmeisterei verwiesen.

Bürostunden: 08:00-16:00Uhr; zum Freitagsgebet 12:00-14:00Uhr geschlossen.

Auf der Straße

[Bearbeiten]

Von/nach Papua-Neuguinea gelangt man zu Lande über den 2 Skouw checkpoint .

Einkaufen

[Bearbeiten]

Traditionelle Einkaufsquellen sind Märkte, die es in jeder Kleinstadt gibt. Beim Einkauf sollte man die Usancen bei Preisverhandlungen einhalten, wobei Touristen stets teurer kaufen werden als Einheimische.

Die traditionellen Kleidungsstücke der Männer, Penisköcher (Kotekas), werden am Markt zum Verkauf angeboten (verzierte sind Touristenkitsch).

Küche

[Bearbeiten]
Papua-Speisen
Papeda mit Fisch und gelber Suppe.

In den Gebieten mit Transmigrasi-Bevölkerung gibt es die üblichen, auch auf den Hauptinseln üblichen Gerichte.

Die Nahrung der im Hochland lebenden Papua basiert auf dem was angebaut wird, je nach Region und Höhenlage sind als Kohlehydratquellen Yams, Sago oder Süßkartoffeln verbreitet. Gejagt werden Kleintiere oder Vögel. Schweinehaltung ist bei vielen Stämmen weitverbreitet, ihre Anzahl ist ein Zeichen von Wohlstand, sie übernachten oft im Erdgeschoss der Frauenhäuser.

  • Sago Martabak sind Pfannkuchen aus gerösteten, dann gesüßtem Sagomehl. Das Gericht stammt ursprünglich aus der Region Fak-Fak.

Eine andere Zubereitungsart ist es zwiebackähnliche Scheiben zu rösten.

  • Papeda ist pappiger Sagobrei. Er wird auch auf den Molukken und Sulawesi gegessen. Gewonnen wird die nötige Stärke aus dem Stamm der Sago-Palme. Sie wird zur Aufbewahrung in tumang genannte Päckchen aus Blättern gepackt. Bei Zubereitung wird gekocht bis die Masse eindickt. Aus der Schüssel bekommt man es indem man eines der beiden mitgelieferten Stäbchen quer darüber hält, das zweite darunter durchtaucht und so einen Batzen um die Stöbchen wickelt, den man schnell auf seinen Teller ablegt. Dazu gereicht wird oft „gelbe Suppe`` aus Fisch, Limette und Kurkuma. Eine weitere Beilage ist Wasserspinat (tumis kangkung) oder Papayablütengemüse (sayur bunga pepaya). Aunu Senebre, eine Mischung aus Sardellen, Taro-Blättern und geriebener Kokosnuss ist ebenfalls beliebt.
  • Saksak, sind Sago-Nockerln, der Masse wird auch noch gestampfte Banane, Tapioka und Zucker beigemischt. Sie wird dann, in Bananenblätter eingeschlagen, gedämpft.
  • Ameisennester sind Pflanzen, deren Knolle von labyrinthartigen Gängen ähnlich denen eines Termitenhaufens durchdrungen ist. Sie wird auch wegen ihrer Heilwirkung geschätzt.
  • Mumu bezeichnet jede Art Fleisch-Gemüse-Kokosmilch-Mischung, die in Bananenblätter gewickelt, im Erdofen gebacken wurde.
  • Barapen, ist eine Veranstaltung bei der Essen im Erdofen zubereitet wird, oft das Fleisch eines ganzen Schweins und Gemüse. Der Aufwand lohnt sich nur zu besonderen Anlässen, nicht unbedingt Festen, sondern gerade auch oft bei Totenfeiern.

Nachtleben

[Bearbeiten]

In geringem Umfang in Jayapura, wo man auch das indonesische Bier Bintang und in besseren Hotels einen Cocktail bekommen kann.

Unterkunft

[Bearbeiten]

Es ist empfehlenswert, sich mindestens in 4-Sterne-Hotels oder Hotels der Best Western-Gruppe einzuquartieren, weil nur diese den europäischen Hygienestandards genügen.

Der Webseite Booking.com zufolge gibt es in Jayapura 21 Unterkünfte, darunter das 1 Mercure Jayapura (12 Jl. Ahmad Yani), 2 FOX Jayapura (16 Jl. Dr. Soetomo) und 3 Swiss-Belhotel Papua (Jl. Pasifik Permai).

Die Gruppe von Swiss-Belhotels ist außerhalb von Jayapura vertreten durch 4 Swiss-Belhotel Manokwari (8 Jl. Yos Sudarso), 5 Swiss-Belhotel Merauke (53 Jl. Raya Mandala) und 6 Swiss-Belhotel Sorong (Jl. Jendral Sudirman).

Günstig ist in Wamena das 7 Guesthouse Hogorasuok (Jl. Diponegoro) mit WLAN und Gemeinschaftsküche. Näher beim Flugplatz ist das 8 Hotel Nayak (Jl Gatot Subroto 63; 12 Zimmer). Touristischen Luxus bietet das deutsch-indonesische und 1900 Meter hoch liegende rustikale 9 Baliem Valley Resort (nur mit Flugzeug vom Wamena Airport erreichbar).

Gesundheit

[Bearbeiten]

Siehe auch: Tropenkrankheiten
Siehe auch: Reiseapotheke
Das Malaria-Risiko in West-Neuguinea ist sehr hoch, insbesondere bei Höhenlagen unter 1800 Metern. Am höchsten ist das Infektionsrisiko während der Regenzeit, aber auch in der Trockenzeit bedarf es eines multiplen Malariaschutzes. Bereits vor Reiseantritt ist ein tropenmedizinisch versierter Arzt zu konsultieren, der eine Malaria-Prophylaxe anordnet. Während der Reise sollte langärmelige und langbeinige helle Kleidung getragen werden – trotz der großen Hitze –, unterstützt durch Insektenschutzmittel (Mückensprays) und Moskitonetze über der Schlafstelle; in guten Hotels sind sie vorinstalliert.

Die gesundheitliche Versorgung ist sehr schwach ausgeprägt. In Jayapura gibt es das Krankenhaus 1 RSUD Jayapura (1 Jl. Kesehatan).

Sicherheit

[Bearbeiten]

Es gibt gelegentlich bewaffnete Angriffe des Free Papua Movement (OPM) auf Regierungsstellen, die vom indonesischen Militär mit größter Brutalität beantwortet werden. Wie überall in Indonesien sind „Sicherheitskräfte“ weniger die Lösung als das Problem. Folter und Verschwindenlassen in Haft sind ebenso wie Schmiergeldzahlungen an der Tagesordnung. Einen fairen Prozess erwarte man im Lande nicht. Touristen sollten sich von Konflikten fernhalten, weil schnell eine Mittäterschaft unterstellt werden kann. Reisewarnungen gibt es für West-Guinea jedoch nicht.

Kriminalität gegen Touristen ist wegen der hart durchgreifenden Polizei nicht zu verzeichnen. Dennoch sollte sich der aufmerksame Tourist unauffällig und ohne Markenware kleiden, auf sein Gepäck achten und konzentriert seine nähere Umgebung beobachten.

Selbstfahrer müssen sich auf Linksverkehr umstellen, was sich besonders im Kreisverkehr und an Kreuzungen anfangs als gewöhnungsbedürftig herausstellt.

Westneuguinea liegt in einer der erdbebenaktivsten Zonen der Welt. Nicht vorhersagbare Vulkanausbrüche und Erdrutsche können die Reisepläne behindern oder ganz zunichte machen.

Literatur

[Bearbeiten]
Bücher

Die meisten Reiseführer zu Indonesien handeln die Region eher kurz ab. Deshalb hier eine Auswahl ausführlicherer Quellen:

  • Budi Hernawan: Torture and peacebuilding in Indonesia: the case of Papua. London: Routledge, 2018, ISBN 978-0367594145.
  • Esther Heidbüchel: West Papua Conflict in Indonesia: actors, issues and approaches. Wettenberg: J & J, 2007, ISBN 9783937983103.
  • John Saltford: United Nations and the Indonesian Takeover of West Papua, 1962-1969: The Anatomy of a Betrayal. London: Routledge, 2002, ISBN 978-0700717514.
  • Nicholas Tarling: Britain and the West New Guinea dispute: 1949-1962. Lewiston NY: Edwin Mellen Press, 2008, ISBN 9780773450974.
  • Philip Temple: Schnee über dem Regenwald: Mit Heinrich Harrer auf den Gipfeln Neuguineas. München: Goldmann, 2003, ISBN 978-3442711949.
Landkarten
  • Indonesia: Papua, Maluku; special maps: Ambon, Haruku, Saparua, Banda Islands, Ternate, Tidore; physical relief mapping, places of interest. Maßstab: 1:1,5 Mio., 120 × 50 cm. München: Nelles, 2007, ISBN 9783865740458.
[Bearbeiten]

Einzelnachweise

[Bearbeiten]
Vollständiger Artikel
Dies ist ein vollständiger Wikivoyage-Artikel, wie ihn sich die Community vorstellt. Doch es gibt immer etwas zu verbessern und vor allem zu aktualisieren. Wenn du neue Informationen hast, sei mutig und ergänze und aktualisiere sie.