Zoo Neuwied
| Zoo Neuwied | |||
|---|---|---|---|
| Besonderheiten | größte Herde der Grauen Riesenkängurus außerhalb Australiens, Zuchtrudel von Berberlöwen | ||
| Ort | Waldstraße 160 56566 Neuwied | ||
| Fläche | 13,5 Hektar | ||
| Eröffnung | 1970 | ||
| Tierarten | ca. 185 Arten | ||
| Individuen | ca. 1800 Tiere | ||
| Besucherzahl | ca. 270.000 jährlich | ||
| Organisation | |||
| Leitung | Mirko Thiel (Direktor) | ||
| Trägerschaft | Förderverein Zoo Neuwied e. V. | ||
| Förderorga- nisationen |
Förderverein Zoo Neuwied e. V. | ||
| Mitglied bei | EAZA, VdZ | ||
Eingang | |||
| www.zooneuwied.de | |||
| Positionskarte | |||
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Koordinaten: 50° 27′ 11″ N, 7° 33′ 45″ O
Der Zoo Neuwied ist ein Tierpark an der Peripherie der Stadt Neuwied in Rheinland-Pfalz östlich des Stadtteils Heimbach-Weis am Rande des Naturparks Rhein-Westerwald. Im Jahr 2007 hatte der Zoo über 270.000 Besucher.[1]
Kurzbeschreibung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Zoo hält rund 1800 Tiere aus 185 Arten. Seine Gesamtfläche beträgt rund 13,5 Hektar.[2][3] Es gibt darin unter anderem die größte Herde der Grauen Riesenkängurus außerhalb Australiens auf einer etwa 3,5 Hektar großen Anlage, vergesellschaftet mit Bennettkängurus und Emus.[4][5] Außerdem lebt seit 2004 ein kleines Zuchtrudel der im natürlichen Verbreitungsgebiet ausgestorbenen Berberlöwen im Zoo Neuwied, in dem bis 2010 zehn Jungtiere zur Welt kamen.
Der Zoo Neuwied beteiligt sich am internationalen Arterhaltungszuchtprogrammen für gefährdete Tierarten EEP (EAZA-Ex Situ-Programmes) der EAZA.[6]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Zoo Neuwied wurde 1970 zum ersten Mal für Besucher geöffnet. Damals hieß er „Tierpark Hubertushof“. Zu der Zeit waren australische Tiere stark vertreten. Die Hauptattraktionen waren Beutelteufel, Schnabeligel, Dingos, Nacktnasenwombats, Kakadus, Tüpfelbeutelmarder, Schwarzschwäne und die große Herde Kängurus.
Der Zoo Neuwied hatte schon früh große Zuchterfolge, darunter die deutsche Erstnachzucht bei den südafrikanischen Buntböcken und die Welterstnachzucht bei verschiedenen Papageienarten. Zu weiteren Zuchterfolgen zählen die Naturaufzuchten Afrikanischer Strauße, bei denen erstmals in Deutschland die Eier von den Tieren selbst erfolgreich bebrütet wurden statt im Brutkasten, sowie die Nachzucht von Rötelpelikanen.
1980 wurde das Gelände von einem Tierhändler gepachtet, der es als Privat- und Tierhandelszoo führte, dort aufgekaufte Tiere zur Schau stellte und dann weiterverkaufte. Zeitweise waren so auch Elefanten, Gorillas und Flusspferde im Zoo untergebracht. Da es aber zu Problemen mit dem Artenschutz kam, musste der Tierhändler das Gelände 1985 aufgeben. Der Zoo Neuwied wurde damals beinahe geschlossen.
Noch 1984 gründeten einige engagierte Bürger einen Förderverein, der die Trägerschaft des Zoos übernahm und ihn hauptsächlich mit Spenden, Eintrittsgeldern und Mitgliedsbeiträgen betreibt. Nach der Übernahme durch den Förderverein veränderte sich der Zoo Neuwied merklich und steht unter wissenschaftlicher Leitung, zunächst des Biologen Heinrich Klein († 24. September 2011).[7] Unter anderem wurden ein Exotarium mit Terrarien für Reptilien und Volieren gebaut, das Raubtierhaus vergrößert und 1995 eine große Seehundanlage mit Unterwassersichttunnel und Nordseeambiente errichtet.
Im Jahr 2000 wurde ein neues Lemurenhaus mit Außenkäfig für Weißkopfmakis gebaut, 2003 die neue Löwenanlage fertiggestellt und 2004 eine Pinguinanlage, auf der 14 Humboldtpinguine eingezogen sind. Im Jahr 2005 zogen zehn Nasenbären im Zoo auf einer neuen Anlage ein und 2006 wurde das neue Menschenaffenhaus fertiggestellt. Dort, wo früher die Schimpansenanlage war, steht seit März 2008 eine Neuweltaffenanlage mit einer Grundfläche von ca. 100 m² und einer durchschnittlichen Höhe von 8 Metern; sie ist mit Felswänden ausgekleidet. Im Frühjahr 2010 sind erstmals Erdmännchen in den Zoo eingezogen. Sie leben in der neu gestalteten ehemaligen Zebramangustenanlage. Im Frühsommer 2010 wurde die erweiterte Tigeranlage eröffnet. In der großzügigen Freianlage können die Großkatzen in zwei Badebecken schwimmen und haben mehr als 1000 m² Gehegefläche zur Verfügung. Die Gänsegeieranlage wurde im Jahr 2012 neu gestaltet und wird inzwischen von Steppenadlern bewohnt. Hier wurden eine Felsenlandschaft und verschiedene Nistmöglichkeiten sowie ein Wasserbecken installiert. Die Zuchtanlage für die Geparde wurde im Jahr 2013 grundlegend renoviert und neugestaltet. Der größte Erfolg war, als an einem Tag zehn Gepardwelpen geboren wurden, von denen acht großgezogen wurden.
Besondere Anlagen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Prinz-Maximilian-zu-Wied-Halle
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2018 eröffnete der Zoo eine Südamerika-Halle mit dem Namen Prinz Maximilian zu Wied-Halle. In ihr werden rund 20 Tierarten aus Mittel- und Südamerika gezeigt.[8] Zu sehen sind Flachlandtapire, Tayras, Tamanduas, Tieflandpakas, Bolivianische Totenkopfaffen sowie Klammeraffen. Eine Besonderheit ist der Nachttierbereich, in dem Wickelbären, Brillenblattnasen sowie Grauhand-Nachtaffen gehalten werden.
Australien-Voliere
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ende 2024 eröffnete der Zoo eine rund 1000 m² große, begehbare Voliere mit australischen Vögeln. Hier leben unter anderem Wellensittiche, Nymphensittiche, Diamanttäubchen und Maskenkiebitze.[9]
Exotarium
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Mai 2011 wurde das über 50 Jahre alte Reptilienhaus ersetzt: Das neue Exotarium ist nach modernsten Gesichtspunkten sowohl für die Tierhaltung als auch für die Besucher gebaut worden. Riesenschlangen, Echsen, Warane und viele andere Reptilien sind in das neue Haus eingezogen und erstmals in der Geschichte des Zoos werden auch Brillenkaimane präsentiert. Im neuen Exotarium mit der etwa 500 m² großen Schaufläche können die Besucher auf zwei Etagen in den 38 großen Anlagen neben den Reptilien auch Wirbellose, Säugetiere und Vögel beobachten.
Känguru-Wiese
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf einer Fläche von rund 3,5 ha lebt eine große Gruppe Östlicher Grauer Riesenkängurus, Bennettkängurus und Emus. Die Gruppe der Östlichen Grauen Riesenkängurus gilt als die größte Gruppe außerhalb Australiens.[4][5]
Kranich-Ufer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2023 wurde eine moderne Zwillingsanlage für Kraniche fertiggestellt. Eine Seite fokussiert sich auf asiatische Vogelarten, besonders auf Saruskraniche. Deren komplexe Zucht ist bereits mehrfach in dieser Anlage gelungen.[10] Die Schwesteranlage beheimatet die afrikanische Fauna, darunter Paradieskraniche, Kirk-Dikdiks, Bernierenten, Kuhreiher und Hagedasch-Ibisse.
Afrika-Wiese
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf einer Freianlage lebt eine Gruppe Watussirinder, die mit Defassa-Wasserböcken vergesellschaftet sind.[11] Zudem bewohnt eine Gruppe Südlicher Hornraben eine Voliere innerhalb der Afrika-Wiese.[12]
Menschenaffenhaus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Menschenaffenhaus beheimatet eine Gruppe von Schimpansen sowie eine Anlage für Alaotra-Halbmakis. Dies ist die erste Haltung von dieser Tierart in Deutschland. Das Gehege der Schimpansen wurde im August 2006 mit 700 m² Außenanlage und 200 m² Innenbereich fertiggestellt und eröffnet. Gäste der Eröffnungsfeier waren neben anderen Innenminister Karl Peter Bruch und der Neuwieder Oberbürgermeister Nikolaus Roth († 2017).[13]
Artenschutz und Umweltbildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Zoo Neuwied unterstützt mit dem 2022 eingeführten „Artenschutz-Euro“ nationale und internationale Artenschutzprojekte. Hierzu werden Projekte von der Zooleitung ausgewählt, die dem Schutz weniger bekannter Tierarten in ihrem natürlichen Lebensraum dienen. Gefördert werden unter anderem Projekte zum Schutz von Pakaranas, Ecuador-Amazonen und Saiga-Antilopen. Den Euro zahlen die Besucher freiwillig mit dem Eintritt in den Zoo.[14][15]
Zudem beteiligte sich der Zoo Neuwied an einem Auswilderungsprojekt für Würfelnattern in Rheinland-Pfalz sowie an der Nachzucht und Auswilderung des vom Aussterben bedrohten Europäischen Nerzes.[16][17]
Zur Sensibilisierung aller Altersklassen für den Artenschutz betreibt der Zoo eine Zooschule. Im Rahmen eines pädagogischen Plans werden Veranstaltungen für Schulen, Kindergeburtstage und die Erwachsenenbildung angeboten.[18] Ergänzend stehen den Besuchern ein Naturlehrpfad und ein Streichelzoo zur Verfügung.[19][20]
Bilder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Berberlöwen nach ihrer Ankunft in Neuwied im August 2003
- Innenansicht Exotarium
- Krokodilkaiman
- Wirtelschwanzleguan
- Affenhaus
- Brauner Klammeraffe
- Schimpanse
- Defassawasserbock
- Bison
- Östliches Graues Riesenkänguru
- Flachlandtapir
- Zwergmara
- Tiger
- Pinguinbecken
- Humboldtpinguine
- Rosaflamingo
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Quellen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Erfolgreichstes Zoojahr seit der Gründung 1970. Zoo Neuwied, 26. März 2008, archiviert vom am 16. Januar 2016; abgerufen am 9. Mai 2026.
- ↑ Zoo Neuwied. Verband der Zoologischen Gärten e.V., abgerufen am 9. Mai 2026.
- ↑ Lewentz: 536 000 Euro Förderung für den Zoo in Neuwied. Ministerium des Innern und für Sport des Landes Rheinland-Pfalz, 29. Dezember 2020, abgerufen am 9. Mai 2026 (deutsch).
- 1 2 Stella König: Die größte Herde Grauer Riesenkängurus außerhalb Australiens befindet sich in Rheinland-Pfalz. In: Ludwigshafen24.de. 29. Juli 2025, abgerufen am 9. Mai 2026.
- 1 2 Quentin Bröhl: Zoo Neuwied: Tierpark ist Zuhause der größten Känguru-Herde außerhalb Australiens. Kölner Stadt-Anzeiger, 20. Februar 2022, abgerufen am 9. Mai 2026.
- ↑ Nadja Bauer: Natur- und Artenschutz. Zoo Neuwied, abgerufen am 9. Mai 2026 (Abschnitt Artenschutz durch Erhaltungszucht („ex situ“)).
- ↑ Tiergeflüster Ausgabe 5. (PDF; 2,93 MB) Zoo Neuwied, 2011, S. 2, archiviert vom am 4. März 2016; abgerufen am 20. Mai 2026 (deutsch).
- ↑ Franziska Waked: Südamerika-Feeling im Herbstgrau. Zoo Neuwied, 30. Oktober 2025, abgerufen am 9. Mai 2026.
- ↑ Kathrin Freisberg: Australienvoliere mit 150 Vögeln wird im Zoo Neuwied eröffnet. SWR, 25. Oktober 2024, abgerufen am 9. Mai 2026.
- ↑ Erneuter Zuchterfolg bei den Saruskranichen. Zoo Neuwied, 15. Oktober 2025, abgerufen am 9. Mai 2026.
- ↑ Viele Arten, ein Ersatzlebensraum: Die Afrikawiese im Zoo Neuwied. In: nr-kurier.de. 27. Oktober 2022, abgerufen am 9. Mai 2026.
- ↑ Ein Fass voller Freude. Zoo Neuwied, 16. Mai 2024, abgerufen am 9. Mai 2026.
- ↑ Seltene Alaotra-Halbmakis im Zoo Neuwied angekommen: Die ersten und einzigen ihrer Art in Deutschland. 29. Mai 2026, abgerufen am 30. Mai 2026 (deutsch).
- ↑ Zoo Neuwied führt den Artenschutz-Euro ein. In: nr-kurier.de. 26. November 2022, abgerufen am 9. Mai 2026.
- ↑ Artenschutz-Euro. Zoo Neuwied, abgerufen am 9. Mai 2026.
- ↑ Christoph Bröder: Zoo Neuwied hat erstmals fast 70 seltene Würfelnattern gezüchtet. SWR, 26. Juni 2025, abgerufen am 9. Mai 2026.
- ↑ Nerz-Nachwuchs im Zoo Neuwied. In: Landesschau Rheinland-Pfalz. SWR, 23. Juli 2025, abgerufen am 9. Mai 2026.
- ↑ Zooschule. Zoo Neuwied, abgerufen am 9. Mai 2026.
- ↑ Zoo Neuwied eröffnet erweiterten Naturlehrpfad. In: nr-kurier.de. 11. Mai 2013, abgerufen am 9. Mai 2026.
- ↑ FAQ. Zoo Neuwied, abgerufen am 9. Mai 2026 (Unter der Frage: Darf ich Tiere füttern oder streicheln?).


