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Wolfgang Gerhardt (General)

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Wolfgang Gerhardt (* 8. September 1925 in Stralsund; † 2. April 2011 in Rendsburg) war ein deutscher Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr.

Gerhardt, Sohn eines Regierungsinspektors, trat am 20. September 1943 als Offizieranwärter bei der Nachrichten-Ersatz-Abteilung 1 in Königsberg in die Wehrmacht ein. Von 3. Dezember 1943 bis 5. Mai 1944 besuchte er die Heeresunteroffizierschule in Zerbst/Anhalt und war von Mai bis Dezember 1944 als Gruppenführer in der Nachrichten-Abteilung 11 der 11. Infanterie-Division an der Ostfront in den Räumen Narva, Riga und Kurland eingesetzt. Vom 29. Dezember bis 3. April 1945 war er an der Heeresnachrichtenschule am Dienstort Leipzig-Gohlis. Am 1. April 1945 erfolgte die Ernennung zum Leutnant. Von April bis Mai 1945 war er Zugführer und Kompanieführer in der 257. Volks-Grenadier-Division/Kampfgruppe Sautermeister in Bayern und Österreich. Vom 7. Mai 1945 bis 21. April 1947 war er in Kriegsgefangenschaft, später Internierung in Moosburg an der Isar, der Vereinigten Staaten und dabei von Juli bis September 1945 als Dolmetscher bei der Third United States Army und 7th Army eingesetzt.[1][2][3]

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Gefangenschaft studierte Gerhardt von bis Juni 1955 Englisch und Französisch am Sprachinstitut in Müncheberg und Berlin sowie Außenwirtschaft am Institut für Weltwirtschaft der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main als Tages- und Abendstudium. Dabei war er von Mai 1948 bis April 1952 Dolmetscher bei französischen und US-amerikanischen Dienststellen in Berlin, darunter beim United States Labor Service. Am 1. Juni 1955 legte er das Dolmetscher-Diplom ab.[1][2][3]

Von Mai 1952 bis Februar 1956 war Gerhardt Angestellter im Amt Blank. Am 23. Februar 1956 wurde er als Oberleutnant unter Zuordnung zur Fernmeldetruppe in die Bundeswehr übernommen und war bis März 1956 im Bundesministerium für Verteidigung tätig, das aus dem Amt Blank hervorgegangen war. Von April 1956 bis März 1959 war er im Stab des Deutschen Militärischen Vertreters im Supreme Headquarters Allied Powers Europe der NATO in Paris in Frankreich eingesetzt, wo er am 10. August 1956 Hauptmann wurde, und von April 1959 bis September 1961 Kompaniechef im Fernmeldebataillon 210 in Dillingen an der Donau.[1][2][3]

Gerhardt absolvierte den 4. Generalstabslehrgang Heer, wo er zum Offizier im Generalstabsdienst ausgebildet wurde, anfangs von Oktober 1961 bis März 1962 an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Von April 1962 bis März 1964 war er an die École de etat major und die École supérieure de guerre in Paris kommandiert, wo er die Generalstabsausbildung im französischen Lehrgang fortsetzte und am 25. April 1963 zum Major ernannt wurde.[4] Danach war er von April 1964 bis November 1966 Stabsoffizier in der Generalstabsabteilung für Planung, Ausbildung und Organisation (G 3) im Hauptquartier der Alliierten Landstreitkräfte Schleswig-Holstein und Jütland der NATO in Rendsburg, von Dezember 1966 bis September 1968 Abteilungsleiter G 3 der Panzergrenadierbrigade 7 in Hamburg-Fischbek, wo er am 31. August 1967 Oberstleutnant wurde, von Oktober 1968 bis 14. Februar 1970 Bataillonskommandeur des Fernmeldebataillons 610 in Rendsburg, danach bis September 1979 Stabsoffizier in der Abteilung G 3 der Northern Army Group der NATO in Mönchengladbach, von Oktober 1970 bis Februar 1973 Lehrstabsoffizier an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg,[1][2][3] von März 1973 bis Dezember 1975 Leiter des Heereshauptverbindungsstabes 1 in Fort Leavenworth in Kansas in den Vereinigten Staaten,[5.1] wo er am 13. März 1973 Oberst wurde, von Dezember 1975 bis Januar 1980 Abteilungsleiter G 3 Hauptquartier der Alliierten Landstreitkräfte Schleswig-Holstein und Jütland der NATO in Rendsburg[1] und von Februar 1980 bis März 1982 Leiter des Bereichs Übungen im Amt für Studien und Übungen der Bundeswehr am Dienstort Bergisch Gladbach.[5.2]

Im April 1982 wurde Gerhardt Chef des Stabes und Deutscher Dienstältester Offizier im Hauptquartier der Alliierten Landstreitkräfte Schleswig-Holstein und Jütland der NATO in Rendsburg[5.3] und zum Brigadegeneral befördert.[1] Mit Ablauf des März 1985 wurde er in den Ruhestand versetzt.[6]

Gerhardt war verheiratet, evangelisch und hatte einen Sohn.[3] Er war Mitglied im Fernmeldering[7] und publizierte im Ostpreußenblatt.

  • Dermot Bradley, Heinz-Peter Würzenthal, Hansgeorg Model: Die Generale und Admirale der Bundeswehr 1955–1997 – Die militärischen Werdegänge (= Dermot Bradley [Hrsg.]: Deutschlands Generale und Admirale. Teil VIb). Band 2, Teilband 1, Gaedcke – Hoff. Biblio-Verlag, Osnabrück 2000, ISBN 3-7648-2562-6, S. 46–47.
  • Clemens Range: Kriegsgedient – Die Generale und Admirale der Bundeswehr. Translimes Media Verlag, Müllheim-Britzingen 2013, ISBN 978-3-00-043646-8, S. 163.
  • Manfred Sadlowski (Hrsg.): Handbuch der Bundeswehr und der Verteidigungsindustrie 1982/1983. Bernard & Graefe, Bonn 1982, ISBN 3-7637-5262-5, S. 53.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 Bradley et al. 2000 a.a.O.
  2. 1 2 3 4 5 Range 2013 a.a.O.
  3. 1 2 3 4 5 Sadlowski 1982 a.a.O.
  4. Hansgeorg Model, Jens Prause: Generalstab im Wandel: neue Wege bei der Generalstabsausbildung in der Bundeswehr. Bernard und Graefe, München 1982, ISBN 978-3-7637-5241-6, S. 196.
  5. Reinhard Teuber: Die Bundeswehr 1955–1995 (= Kurt Mehner und Reinhard Teuber [Hrsg.]: Schriftenreihe Führung und Truppe. Band 5). Militair-Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt 1996, ISBN 978-3-931533-03-8.
    1. S. 31
    2. S. 25
    3. S. 118
  6. Clemens Range: Die geduldete Armee: 50 Jahre Bundeswehr. Translimes Media, Berlin 2005, ISBN 978-3-00-015382-2, S. 274.
  7. Klaus-Peter Dypka: Jahrestreffen 2012. In: Fernmeldering. Nr. 3, 2012, S. 6.