Alpha Centauri
| Doppelstern Alpha Centauri | |||||||||||||||||
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| Die Position von Alpha Centauri. | |||||||||||||||||
| Modul Vorlage:Sternkarte: Sternbildkarte nicht gefunden. Parameter Sternbild = "zentaur" | |||||||||||||||||
| Beobachtungsdaten Äquinoktium: J2000.0, Epoche: J2000.0 | |||||||||||||||||
| Sternbild | Kürzel fehlt oder falsch! | ||||||||||||||||
| Rektaszension | |||||||||||||||||
| Deklination | |||||||||||||||||
| Scheinbare Helligkeit | −0,27 [1] mag | ||||||||||||||||
| Astrometrie | |||||||||||||||||
| Radialgeschwindigkeit | −22,3 [2] km/s | ||||||||||||||||
| Entfernung | 4,34 ± 0,03 [3] Lj (1,33 ± 0,01 [3] pc) | ||||||||||||||||
| Veralteter Parameter "Absolut" ! | |||||||||||||||||
| Eigenbewegung | |||||||||||||||||
| Rektaszensionsanteil: | −3678,19 [4] mas/a | ||||||||||||||||
| Deklinationsanteil: | +481,84 [4] mas/a | ||||||||||||||||
| Orbit | |||||||||||||||||
| Periode | 79,9 a [5] | ||||||||||||||||
| Exzentrizität | 0,519 [5] | ||||||||||||||||
| Einzeldaten | |||||||||||||||||
| Namen | α Cen A; α Cen B | ||||||||||||||||
| Beobachtungsdaten | |||||||||||||||||
| Rektaszension | α Cen A | 14h 39m 36,5s [6] | |||||||||||||||
| α Cen B | 14h 39m 35,08s [7] | ||||||||||||||||
| Deklination | α Cen A | −60° 50′ 02.31″ [6] | |||||||||||||||
| α Cen B | −60° 50′ 13.76″ [7] | ||||||||||||||||
| Scheinbare Helligkeit | α Cen A | −0,003 ± 0,006 [8] mag | |||||||||||||||
| α Cen B | 1,333 ± 0,014 [8] mag | ||||||||||||||||
| Spektrum und Indices | |||||||||||||||||
| Spektralklasse | α Cen A | G2 V [6] | |||||||||||||||
| α Cen B | K1 V [7] | ||||||||||||||||
| B−V-Farbindex | α Cen A | 0,65 [3] | |||||||||||||||
| α Cen B | 0,85 [9] | ||||||||||||||||
| U−B-Farbindex | α Cen A | 0,24 [3] | |||||||||||||||
| α Cen B | 0,64 [9] | ||||||||||||||||
| Physikalische Eigenschaften | |||||||||||||||||
| Masse | α Cen A | 1,105 ± 0,0070 [8] M☉ | |||||||||||||||
| α Cen B | 0,934 ± 0,0061 [8] M☉ | ||||||||||||||||
| Radius | α Cen A | 1,224 ± 0,003 [8] R☉ | |||||||||||||||
| α Cen B | 0,863 ± 0,005 [8] R☉ | ||||||||||||||||
| Leuchtkraft | α Cen A | 1,522 ± 0,030 [8] L☉ | |||||||||||||||
| α Cen B | 0,503 ± 0,020 [8] L☉ | ||||||||||||||||
| Effektive Temperatur | α Cen A | 5810 ± 50 [8] K | |||||||||||||||
| α Cen B | 5260 ± 50 [8] K | ||||||||||||||||
| Metallizität [Fe/H] | α Cen A | 0,22 ± 0,05 [8] | |||||||||||||||
| α Cen B | 0,24 ± 0,05 [8] | ||||||||||||||||
| Rotationsdauer | α Cen A | ? d | |||||||||||||||
| α Cen B | 36,8 [10] d | ||||||||||||||||
| Alter | α Cen A | 6,5 ± 0,3 Mrd. [8] a | |||||||||||||||
| α Cen B | 6,5 ± 0,3 Mrd. [8] a | ||||||||||||||||
| Andere Bezeichnungen und Katalogeinträge | |||||||||||||||||
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Alpha Centauri (α Centauri, abgekürzt α Cen aber auch Rigil Kentaurus, Toliman oder Bungula genannt) ist ein etwa 4,34 Lichtjahre entferntes Doppelsternsystem im Sternbild Centaurus, das am südlichen Sternhimmel zu sehen ist.
„Alpha Centauri“ ist eine Bezeichnung nach der Bayer-Klassifikation. Alpha (α) ist der erste Buchstabe des griechischen Alphabets, und Centauri (der Genitiv zu lat. Centaurus, der Kentaur) zeigt die Zugehörigkeit zum Sternbild Zentaur an.
Als Doppelstern ist Alpha Centauri mit einer scheinbaren Gesamthelligkeit von −0,27m das hellste Gestirn in diesem Sternbild und wird als insgesamt dritthellster Stern am Nachthimmel wahrgenommen.[11] Es ist das der Erde nächstgelegene Sternensystem und besteht aus dem helleren gelben Stern Alpha Centauri A und dem orangefarbenen Alpha Centauri B. Umstritten ist, ob der sonnennächste Stern, der Rote Zwerg Proxima Centauri, auch zu diesem System gehört.
Zusammen mit dem 5° entfernten Beta Centauri und den drei hellsten Sternen aus dem Sternbild Kreuz des Südens, welches westlich von ihnen liegt, bilden sie die deutlichste Häufung von Sternen der 1. Größe innerhalb einer Handspanne am gesamten Sternenhimmel. Alpha und Beta Centauri zeigen als Linie auf das Sternbild Kreuz des Südens.
Aufgrund der Tatsache, dass Alpha Centauri der nächste Stern ist, war er schon oft Thema für die Science Fiction und Videospiele. Dabei spielen interstellare Reisen, die Erforschung durch den Menschen und die Entdeckung und Kolonisierung seines möglichen planetarischen Systems häufig eine Rolle.
Alpha Centauri als Doppelsternsystem

Der Doppelstern weist eine eine absolute Helligkeit von 4,1M auf. Mit bloßem Auge sind die beiden Komponenten von der Erde aus nicht zu trennen. Erst in einem Fernrohr mit 5 cm Öffnung sind die einzelnen Sterne erkennbar.
Einmal in 79,9 Jahren umrunden sich die beiden Sterne auf stark elliptischen Bahnen mit einer Exzentrizität von 0,519,[5] wobei der Abstand zwischen 11,5 und 36,3 AE liegt;[A 1] das Minimum entspricht dabei ungefähr der Entfernung von Saturn, das Maximum dem Abstand von Neptun zur Sonne. Im Mittel sind Alpha Centauri A und B 27 AE voneinander entfernt.[12][A 2] Im Januar 1994 war die größte Annäherung (Periastron), im Mai 2035 werden die Sterne ihre größte Distanz (Apastron) erreichen.[13]
Aus den Werten der Halbachsen und der Umlaufdauer lässt sich die Gesamtmasse des Doppelsternsystems auf 2,0 Sonnenmassen berechnen.[A 3]
Der Winkelabstand und der Positionswinkel verändern sich wegen der relativ kurzen Umlaufdauer innerhalb weniger Jahre merklich (siehe Tabelle). Während eines Umlaufs variiert der scheinbare Abstand zwischen etwa 2" und 22".[14]
Die Lage von B relativ zu A Jahr Winkelabstand Positionswinkel 1990 19,7″ 215° 1995 17,3″ 218° 2000 14,1″ 222° 2005 10,5″ 230° 2010 6,8″ 245°
Physikalische Eigenschaften
Alpha Centauri A und B sind als gemeinsam entstandenes Sternenpaar etwa 6,5 ± 0,3 Milliarden Jahre alt.[8] Beide sind gewöhnliche Hauptreihensterne und befinden sich somit in einer stabilen Phase des Wasserstoffbrennens (Fusion von Wasserstoff zu Helium). Da Alpha Centauri A massereicher ist als Alpha Centauri B, verbleibt er kürzer in der Hauptreihe, bevor er sich zu einem roten Riesen entwickelt. Damit hat Alpha Centauri A im Gegensatz zum kleineren und damit längerlebigen Alpha Centauri B schon mehr als die Hälfte seines Lebens hinter sich. Proxima Centauri dagegen ist nur rund 4,85 Milliarden Jahre alt.
Über Alpha Centauri A und B liegen detaillierte Beobachtungen der Oberflächenschwingungen vor, aus denen die Asteroseismologie Rückschlüsse auf die innere Struktur der Sterne ziehen kann. Kombiniert man dies mit den traditionellen Beobachtungsmethoden, so erhält man präzisere Werte über die Eigenschaften der Sterne, als mit den einzelnen Methoden möglich wäre.[8][15][16]
Vergleich der Elementverteilung in Massenprozent [17] Name Wasserstoff Helium schwere Elemente α Centauri A 71,5 25,8 2,74 α Centauri B 69,4 27,7 2,89 Sonne 73,3 24,5 1,81
Alpha Centauri A
Alpha Centauri A, der gelblich leuchtende Hauptstern, ist wie die Sonne ein Gelber Zwerg vom Spektraltyp G2 V. Die numerische Bezeichnung reicht von 0 (heißester) bis 9 (kühlster) Stern innerhalb der Spektralklasse G; mit G2 gehört Alpha Centauri A also wie auch die Sonne zu den heißeren G-Sternen. Die Leuchtkraftklasse V gibt an, dass er zu den Hauptreihensternen gehört. Er ist mit einer scheinbaren Helligkeit von −0,01m (Magnitude) nach Sirius (−1,46m), Canopus (−0,72m) und Arktur (−0,05m) vor Wega (0,03m) der vierthellste Stern am Himmel.
Da Alpha Centauri A den gleichen Spektraltyp und ähnliche Dimensionen wie die Sonne aufweist, gilt er als der erdnächste „Sonnenzwilling“. Seine Oberflächentemperatur beträgt etwa 5800 K. Mit dem 1,22-fachen Sonnendurchmesser ist er größer als Alpha Centauri B. Er besitzt 1,1 Sonnenmassen und gibt 1,52-mal mehr Strahlungsleistung ab als die Sonne. Die chemische Zusammensetzung ist jener der Sonne sehr ähnlich. Der Anteil an schweren Elementen (Elemente mit einer Ordnungszahl größer als Helium werden in der Astrophysik als Metalle bezeichnet) ist jedoch um knapp 70 % höher (die Metallizität beträgt [Fe/H]A = 0,22 ± 0,05).[8] Seine habitable Zone liegt zwischen 1,1 und 2 astronomischen Einheiten (AE).[18]
Alpha Centauri B

Alpha Centauri B leuchtet orange und gehört dem Spektraltyp K1 mit der Leuchtkraftklasse V an. Er weist gegenüber dem helleren Stern Alpha Centauri A nur eine Helligkeit von 1,33m auf. Der Orange Zwerg besitzt 0,93 Sonnenmassen und hat einen 0,86-fachen Sonnendurchmesser. Auch er ist ähnlich wie die Sonne zusammengesetzt. Der Anteil an schweren Elementen liegt allerdings um gut 70 % höher (die Metallizität beträgt [Fe/H]B = 0,24 ± 0,05).[8] Es wurde eine Rotationsdauer von 36,8 Tagen festgestellt (zum Vergleich: die Sonne rotiert in etwa 25 Tagen einmal um die eigene Achse).[10]
Mit einer Oberflächentemperatur von etwa 5300 K ist er nur wenig kühler als die Sonne. Er erreicht wegen der geringeren Temperatur und der kleineren Oberfläche jedoch nur 50 % der Sonnenstrahlungsleistung. Somit beträgt die Helligkeit des orange-gelb strahlenden K1-V-Stern (K-Stern bezeichnet einen orangen Zwerg) Alpha Centauri B nur ein Drittel des größeren Sterns Alpha Centauri A. Die habitable Zone liegt in einem Abstand von 0,6 bis 0,8 AE.
Vergleich wichtiger Sternparameter Name Durchmesser
[Mio. km]Radius [Ro] Masse [Mo] Leuchtkraft [Lo] Spektralklasse α Centauri A 1,70 1,22 1,1 1,52 G2 V α Centauri B 1,20 0,86 0,93 0,50 K1 V Sonne 1,39 1 1 1 G2 V
Zugehörigkeit von Proxima Centauri zum Sternsystem
- Hauptartikel: Proxima Centauri
Die Frage nach der Zugehörigkeit von Proxima Centauri zu Alpha Centauri ist bis heute nicht sicher geklärt. Die Mehrheit der Astronomen geht davon aus, dass Proxima Centauri gravitativ an Alpha Centauri A und B gebunden ist.
Der Abstand von Proxima zu Alpha Centauri A und B beträgt etwa 15.000 ± 700 AE oder 0,21 Lj. Das entspricht etwa dem 1000-fachen Abstand zwischen Alpha Centauri A und Alpha Centauri B, oder dem fünfhundertfachen Abstand Neptuns zur Sonne. Der Winkelabstand von Proxima zu Alpha Centauri A und B am Himmel beträgt etwa 2,2 Grad (vier Vollmondbreiten).[19]
Astrometrische Messungen wie die des Hipparcos-Satelliten legen die Vermutung nahe, dass sich Proxima Centauri in einer Umlaufbahn um das Doppelsternsystem befindet, mit einer Umlaufdauer in der Größenordnung von 500.000 Jahren (die Angaben schwanken von einigen 100.000 Jahren bis zu einigen Jahrmillionen). Deshalb wird Proxima gelegentlich auch als Alpha Centauri C bezeichnet. Anhand dieser Daten wäre die Umlaufbahn mit einem Minimalabstand von 1000 AE und einem Maximalabstand von 20.000 AE vom inneren Doppelsternsystem extrem exzentrisch. Proxima Centauri wäre jetzt nahe seinem Apastron (dem entferntesten Punkt in seiner Umlaufbahn um Alpha Centauri A und B). Proxima Centauri wäre jetzt von Alpha Centauri A und B ein 1/20 der Distanz zur Sonne von ihnen entfernt. Es sind noch genauere Messungen der Radialgeschwindigkeit erforderlich, um diese Annahme zu bestätigen.[20][21]
Nach Einschätzungen von R. Matthews und G. Gilmore stehen ausgehend von dieser geringen Distanz und der ähnlichen Eigengeschwindigkeit die Chancen, dass die beobachtete Anordnung zufällig ist, etwa eins zu einer Million.[22]
Einige Radialgeschwindigkeitsmessungen, z. B. im Gliese-Katalog, weichen jedoch von den für ein gebundenes System erwarteten Werten ab, so dass nicht auszuschließen ist, dass es sich nur um eine zufällige Sternbegegnung handelt. Diese Vermutung wird auch durch Simulationsrechnungen gestützt, die ausgehend von der berechneten Bindungsenergie des Systems nur in 44 Prozent der untersuchten Möglichkeiten ein gebundenes System ergaben.[20]
Untersuchungen aus dem Jahr 1994 weisen darauf hin, dass Proxima Centauri zusammen mit dem inneren Doppelsternsystem und neun weiteren Sternsystemen eine Bewegungsgruppe bildet. Demzufolge würde Proxima Centauri nicht in einer gebundenen Bewegung das Paar Alpha Centauri umrunden, sondern seine Bahn wird durch das Doppelsternsystem hyperbolisch gestört. Das bedeutet, Proxima Centauri würde nie einen vollen Umlauf um Alpha Centauri A und B vollführen.[23]
Bewegung

In etwa 4000 Jahren wird sich Alpha Centauri optisch so weit an Beta Centauri angenähert haben, dass sie einen scheinbaren Doppelstern bilden werden. In Wirklichkeit ist Beta Centauri mit 520 Lj. rund 120 mal weiter von der Sonne entfernt als Alpha Centauri.
Das Alpha Centauri System bewegt sich schräg auf unser Sonnensystem zu und verringert die Distanz mit einer Radialgeschwindigkeit von rund 22 km/s. Proxima Centauri nähert sich hingegen nur mit 16 km/s der Sonne.[11][24]
In etwa 28.000 Jahren wird das Alpha Centauri System mit einer Entfernung von 3 Lj. zum Sonnensystem seine größte Annäherug erreicht haben und nach weiteren 1.000 Jahren wieder den Abstand vergrößern. Dabei wird das Sternsystem bis -1,28m hell werden und auf der Grenze zwischen den Sternbildern Wasserschlange (Hydra) und Vela erscheinen. Nur Sirius wird noch etwas heller am Himmel zu sehen sein.[25]
Möglichkeit der Planetenbildung
Aktuelle Computermodelle zur Planetenformation errechneten, dass sich terrestrische Planeten nahe an Alpha Centauri A wie auch an Alpha Centauri B bilden könnten.[26] Diese Ergebnisse werden durch die Entdeckung von Planeten in einem Doppelsternsystem wie Gamma Cephei, die hohe Metallizität des Alpha Centauri Systems und die Existenz von zahlreichen Satelliten um Jupiter und Saturn gestützt.
Sicher auszuschließen sind jedoch Gasriesen wie Jupiter und Saturn, die sich aufgrund der gravitativen Störungen in einem Doppelsternsystem nicht bilden können.[27] Daher ist es nicht verwunderlich, dass bis heute keine Auffälligkeiten in der Radialgeschwindigkeit gefunden wurden, die auf solche hindeuten. Durch das Fehlen eines Gasriesen gehen einige Astronomen davon aus, dass ein eventuell vorhandener terrestrischer Planet im Alpha Centauri System trocken sein könnte. Dies beruht auf der Annahme, dass Gasriesen wie Jupiter und Saturn entscheidend dafür sind, dass Kometen in das Innere eines Sternsystems gelenkt werden und durch Einschläge Wasser auf die Planeten bringen. Es kann sein, dass dieser Effekt trotz des Fehlens der Gasplaneten eintritt, vorausgesetzt, Alpha Centauri A würde die Rolle des Jupiters für Alpha Centauri B übernehmen oder umgekehrt. Es ist ebenfalls vorstellbar, dass Proxima Centauri im Periastron eine Menge Kometen aus der Oortsche Wolke des Systems ablenken und somit mögliche terrestrische Planeten um den Sternen A und B mit Wasser versorgen könnte.[28]
Bis zu welcher Distanz stabile Umlaufbahnen für Planeten in einem Doppelstern möglich sind, ist noch nicht ganz geklärt. Für Alpha Centauri A schwanken die Einschätzungen von 1,2 AE bis zur halben Periheldistanz von 6,5 AE.[18] Andernfalls könnten sie schon bei der Entstehung oder erst später aufgrund von gravitativen Störungen durch Alpha Centauri B aus ihrer ursprünglichen Umlaufbahn herausgerissen werden. Zu allen noch offenen Fragen könnte das von der NASA geplante „Space Interferometry Mission“ (SIM) Antworten geben. Die Messempfindlichkeit des Interferometers würde ausreichen, um im Alpha-Centauri-System Planeten nachzuweisen, die kleiner sind als die Erde.[29]
Um erdähnliche Planeten in der bewohnbaren Zone von sonnenähnlichen Sternen mit der Methode der Messung der Radialgeschwindigkeit nachzuweisen, sind sehr genaue Messungen in der Größenordnung von Zentimetern pro Sekunde notwendig. Dabei wird das „Wackeln“ (engl. Wobbling) des Zentralsternes, verursacht durch die Schwerkraft von Planeten, gemessen. Alpha Centauri scheint für diese Messungen gut geeignet, da er eine besonders geringe Aktivität (Schwingung des Sterns, Ausbrüche in der Chromosphäre) aufzeigt. Laut Professor Gregory Laughlin soll die Suche im Mai 2008 beginnen. Es wird dafür das 1,5 Meter-Teleskop des Cerro Tololo Inter-American Observatory (CTIO) in Chile eingesetzt werden. Es ist anzunehmen, dass einige Jahre lang Daten gesammelt werden müssen, um einen eventuellen Planeten nachweisen zu können.[30]
Bedingungen für Leben
Ausgehend von der Ähnlichkeit der beiden Sterne, was das Alter, den Sterntyp, den Spektraltyp und die Stabilität der Orbits betrifft, wird vermutet, dass dieses Sternensystem eine der besten bekannten Voraussetzungen für Leben bieten könnte. [31] Sterne, die momentan für die Entwicklung von Leben als geeignet eingestuft werden, umfassen gelbe G-Sterne, späte (kühle) F-Sterne und frühe (heiße) K-Sterne.
Ein Planet um Alpha Centauri A müsste einen Abstand von etwa 1,2 bis 1,3 AE[31] haben, um erdähnliche Temperaturen aufzuweisen. Dies würde auf das Sonnensystem bezogen ungefähr einer Umlaufbahn zwischen Erde und Mars bedeuten. Für den weniger hellen, kühleren Alpha Centauri B müsste diese Distanz etwa 0,73 bis 0,74 AE[31] (etwa der Abstand von der Venus zur Sonne) betragen.
Alpha Centauri A und B stehen ganz oben auf der Top 100 Zieleliste des von der NASA geplanten Terrestrial Planet Finders.[32] Diese Liste umfasst die aussichtsreichsten Sterne, um denen erdähnliche Planeten vermutet werden. Allerdings wurde der Bau dieses Weltraumteleskop wegen Budgetkürzungen auf unbestimmte Zeit verschoben.
Der Himmel über Alpha Centauri
Sternenhimmel

Vom Alpha-Centauri-System aus gesehen präsentiert sich der Himmel einem Beobachter ähnlich wie von der Erde aus. Die meisten Sternbilder wie Ursa Major und Orion sehen beinahe unverändert aus. Im Sternbild Centaurus fehlt jedoch der hellste Stern. Dagegen erscheint die Sonne als 0,5m heller Stern im Sternbild Kassiopeia. Das \/\/ der Kassiopeia verwandelt sich in ein /\/\/ und die Sonne bildet anstelle von ε Kassiopeiae das neue östliche Ende der Konstellation. Die Sonne steht antipodal (in der Gegenrichtung) zu der von der Erde aus gesehenen Position von Alpha Centauri, also an den Koordinaten RA 02h 39m 35s und DE Aufruf der Vorlage:Deklination mit unerlaubten Parametern!.
Näher stehende Sterne wie Sirius und Prokyon sind in deutlich verschobenen Positionen zu erblicken. Sirius gehört nun zum Sternbild Orion und steht 2 Grad westlich von Beteigeuze,[33] wobei er nicht die gleiche Helligkeit von −1,46m aufweist wie von der Erde aus gesehen, sondern nur −1,2m. Neben Altair erscheinen auch die etwas weiter entfernten Sterne Fomalhaut und Wega etwas versetzt. Proxima Centauri ist trotz seines geringen Abstands von 13.500 AE (ein Viertel-Lichtjahr) nur ein unauffälliger Stern mit einer Helligkeit von 4,5m. Dies verdeutlicht, wie lichtschwach der rote Zwergstern ist.
Die nächsten größeren Nachbarsterne des Alpha Centauri Systems sind nach der Sonne (Distanz 4,34 Lj.) mit einer Entfernung von 6,47 Lj. Barnards Pfeilstern, mit 9,5 Lj. Sirius und mit 9,7 Lj. Epsilon Indi. Barnards Stern ist auch von der Sonne mit einem Abstand von 5,96 Lj. der zweitnächste Stern.[34]
Die zwei Sonnen
Ein Beobachter auf einem hypothetischen Planeten um Alpha Centauri A oder B sieht den jeweils anderen Stern als ein sehr helles Objekt. Ein erdgroßer Planet, der in einem Abstand von 1,25 AE Alpha Centauri A umkreist (und dabei rund 1,34 Jahre benötigen würde), empfängt von ihm etwa die Lichtmenge, die die Erde von der Sonne erhält. Alpha Centauri B erscheint je nach Position in seiner Umlaufbahn zwischen 5,7 und 8,6m „dunkler“ (−21 bis −18,2m). Das ist 190- bis 2700-mal lichtschwächer als Alpha Centauri A, aber immer noch etwa um den gleichen Faktor heller als der Vollmond.
Bei Alpha Centauri B müsste ein erdgroßer Planet in einem Abstand von 0,71 AE (entspricht einer Umrundungsdauer von 0,63 Jahren) den Stern umlaufen, um die gleiche Strahlenmenge wie die Erde von der Sonne zu erhalten. Alpha Centauri A strahlt dann je nach Position in der Umlaufbahn mit etwa 4,6 bis 7,3m (−22,1 bis −19,4m) schwächer als der Hauptstern. Das ist 70- bis 840-mal lichtschwächer als Alpha Centauri B, aber immer noch 520- bis 6300-mal heller als der Vollmond.
In beiden Fällen hat man bei der Beobachtung den Eindruck, als ob die „Zweitsonne“ im Laufe eines Planetenjahres den Himmel umkreist. Bei Annahme einer geringen Bahnneigung des Orbits von Alpha Centauri A gegenüber Alpha Centauri B befinden sich die Sterne im Laufe eines „Jahres“ einmal eng beieinander; ein halbes Jahr später ist der sekundäre Stern dann als Mitternachtssonne zu sehen. Nach einem weiteren halben Jahr ist dieser Zyklus beendet. Für einen hypothetischen erdähnlichen Planeten um einen der beiden Sterne ist die zweite Sonne nicht hell genug, um das Klima oder die Photosynthese der Pflanzen noch zu beeinflussen (auch wenn er so nahe kommen kann wie der Saturn der Sonne). Dennoch sorgt der weiter entfernte Stern dafür, dass er ein halbes Jahr den Nachthimmel so weit erhellt, dass er statt pechschwarz eher dunkelblau aussieht. Man könnte problemlos herumwandern und sogar ohne zusätzliches Licht leicht lesen.
Namensgebung
Der Eigenname Rigil Kentaurus (engl. Rigilkent) kommt aus dem Arabischen und bedeutet „Fuß des Kentauren“.
Der ebenfalls verwendete Name Toliman (auch falsch Tolimann) kommt entweder aus der arabischen (Al-Thalimain) oder der hebräischen Sprache. In der arabischen Sprache bedeutet er „Sträuße“ und in der hebräischen Sprache soviel wie „das Vordem und das Hernach“ und/oder „Spross der Rebe“. Seltener wird der Name Bungula verwendet, welcher vermutlich vom lat. ungula („Huf“) herrührt und ebenso wie Rigil das vordere Bein des Kentauren bezeichnet.
In der chinesischen Sprache wird Alpha Centauri Nánmén’èr (南門二), „Zweiter Stern des südlichen Tors“, genannt.
Geschichte
Schon die alten Griechen kannten Alpha Centauri. Doch aufgrund der fortdauernden Präzession wanderte er unter den europäischen Horizont und wurde schließlich vergessen.[35]
Die Inka verwendeten in Kenko zwei zylindrisch geformte, dicht nebeneinander stehende Steine, die etwa 20 Zentimeter emporragten, und als Visiersteine bei der Sternbeobachtung, insbesondere der Plejaden und Alpha Centauri, dienten.[36]
Der Entdecker Amerigo Vespucci kartierte nach der ersten Hälfte seiner letzten Reise (1501 bis 1502) Alpha Centauri, Beta Centauri und das Sternbild Kreuz des Südens.
Der jesuitische Priester Jean Richaud entdeckte im Dezember 1689 in Pondicherry (Indien) die Duplizität von Alpha Centauri, während er einen in der Nähe vorbeiziehenden Kometen mit einem Teleskop beobachtete.[37]
Thomas James Henderson, ein schottischer Astronom, berechnete 1838 am Cape Observatory als erster die Distanz zu Alpha Centauri. Er stellte die hohe Eigenbewegung des Sterns fest und folgerte daraus, dass Alpha Centauri ein besonders naher Stern sein müsse. Nachdem er die Parallaxe von 0,745 Bogensekunden gemessen hatte, kam er zum Ergebnis, dass Alpha Centauri etwas weniger als 1 Parsec (3,25 Lj.) entfernt sei. Der Wert war 33,7 % zu niedrig, aber zu dieser Zeit schon relativ genau.[38]
1870 gab es die erste Flagge von Südaustralien. Sie enthielt das Kreuz des Südens und die zwei Sterne Alpha Centauri und Beta Centauri dienten als Orientierungspunkte. Auch in der aktuellen Flagge Vorlage:Flagicon ist das Kreuz des Südens noch enthalten.
Anmerkungen
- ↑ Die Parallaxe von α Cen beträgt 0,737" (Pourbaix 1999). Eine AE in dieser Entfernung erscheint also unter einem Winkel von 0,737". Ein Winkel von 17,59" (große Halbachse, Pourbaix 1999) entspricht daher einer Strecke von 17,59/0,737 = 23,9 AE. Kleinster Abstand = große Halbachse · (1 - Exzentrizität) = 11,5 AE, größter Abstand = große Halbachse · (1 + Exzentrizität) = 36,3 AE.
- ↑ Zeitlich gemittelter Abstand .
- ↑ , also (Sonnenmassen).
Einzelnachweise
- ↑ The 10 Brightest Stars. SPACE.com, abgerufen am 4. März 2008.
- ↑ Appendices and Other Various Tables. AstronomyOnline, abgerufen am 4. März 2008 (englisch).
- 1 2 3 4 ARICNS ARI Data Base for Nearby Stars. Astronomisches Rechen-Institut (ARI), abgerufen am 4. März 2008 (englisch).
- 1 2 Hipparcos Catalogue. Abgerufen am 10. März 2008 (englisch).
- 1 2 3 D. Pourbaix, C. Neuforge-Verheecke, A. Noels: Revised masses of α Centauri. In: Astronomy and Astrophysics. Band 344. Belgien 7. Januar 1999, S. 172–176 (springer.de [PDF; abgerufen am 28. Februar 2008]).
- 1 2 3 SIMBAD Query Result: HD 128620 – High proper-motion Star. Centre de Données astronomiques de Strasbourg, abgerufen am 5. Februar 2008 (englisch).
- 1 2 3 SIMBAD Query Result: HD 128621 – High proper-motion Star. Centre de Données astronomiques de Strasbourg, abgerufen am 5. Februar 2008 (englisch).
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 P. Eggenberger; C. Charbonnel; S. Talon; G. Meynet; A. Maeder; F. Carrier; and G. Bourban1: Analysis of α Centauri AB including seismic constraints. In: Astronomy and Astrophysics. Band 417, April 2004, S. 235–246, doi:10.1051/0004-6361:20034203, arxiv:astro-ph/0401606.
- 1 2 ARICNS ARI Data Base for Nearby Stars. Astronomisches Rechen-Institut (ARI), abgerufen am 4. März 2008 (englisch).
- 1 2 E. Guinan, Messina, S.: IAU Circular 6259, Alpha Centauri B, Central Bureau for Astronomical Telegrams
- 1 2 Alpha Centauri. Abgerufen am 24. Februar 2008 (deutsch).
- ↑ J.B. Tatum: Lecture notes on Celestial Mechanics. (PDF) Abgerufen am 28. Februar 2008 (englisch).
- ↑ Andrew James: THE IMPERIAL STAR Page7. Andrew James, abgerufen am 3. Mai 2008.
- ↑ R. Burnham Jr.: Burnham’s Celestial Handbook. Dover, New York 1978, ISBN 0-486-23567-X, S. 549.
- ↑ Hans Kjeldsen, Timothy R. Bedding, R. Paul Butler, Joergen Christensen-Dalsgaard, Laszlo L. Kiss, Chris McCarthy, Geoffrey W. Marcy, Christopher G. Tinney, Jason T. Wright: Solar-Like Oscillations in α Centauri B. In: The Astrophysical Journal. Band 635, Nr. 2, 29. August 2005, S. 1281–1290, doi:10.1086/497530, arxiv:astro-ph/0508609.
- ↑ AAO Anglo-Australian Observatory: Star near the southern cross is ‚ringing‘. 22. Dezember 2005, abgerufen am 2. Mai 2008 (englisch).
- ↑ Stefan Taube: Portrait einer Nachbarsfamilie. Astronomie.de, abgerufen am 2. Mai 2008.
- 1 2 Unser Nachbar im Weltall. exoplaneten.de, abgerufen am 2. Mai 2008 (deutsch).
- ↑ Wargelin, Bradford J.; Drake, Jeremy J.: Stringent X-Ray Constraints on Mass Loss from Proxima Centauri. In: The Astrophysical Journal. Band 587, Nr. 1, Oktober 2002, S. 503–514, doi:10.1086/342270.
- 1 2 Wertheimer, Jeremy G.; Laughlin, Gregory: Are Proxima and α Centauri Gravitationally Bound? In: The Astronomical Journal. Band 132, Nr. 5, Oktober 2006, S. 1995–1997, doi:10.1086/507771, arxiv:astro-ph/0607401.
- ↑ Proxima -- The Proxima Centauri System. 27. Februar 2006, abgerufen am 22. Februar 2008 (englisch).
- ↑ Robert Matthews, Gerard Gilmore: Is Proxima really in orbit about Alpha CEN A/B? In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. Band 261, Februar 1993, ISSN 0035-8711, S. L5 (harvard.edu).
- ↑ Stefan Taube: Portrait einer Nachbarsfamilie. Astronomie.de, 15. März 2003, abgerufen am 2. Mai 2008.
- ↑ Matthews, Robert; Gilmore, Gerard: Is Proxima really in orbit about Alpha CEN A/B? In: MNRAS. Band 261, 1993, ISSN 0035-8711, S. L5 (harvard.edu).
- ↑ Andrew James: THE IMPERIAL STAR Page5. Andrew James, abgerufen am 3. Mai 2008.
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