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Schlacht um die Festung Modlin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Schlacht um Modlin)
Schlacht um Modlin
Teil von: Zweiter Weltkrieg
Überfall auf Polen

Festung Modlin nach der Schlacht
Datum 14. bis 29. September 1939
Ort Modlin, Festung Modlin
Ausgang Deutscher Sieg
Konfliktparteien

Polen 1928 Polen

Deutsches Reich NS Deutsches Reich

Befehlshaber

Polen 1928 Wiktor Thommée

Deutsches Reich NS Adolf Strauß
Deutsches Reich NS Hermann Hoth
Deutsches Reich NS Werner Kempf

Truppenstärke

40.000 Mann
96 Geschütze
7 TK-3-Panzer
Panzerzug Śmierć

4 Infanterie-Divisionen
2. Leichte Division
Panzer-Division Kempf
100 Flugzeuge[1]

Verluste

1907 Gefallene, 4000 Schwerverletzte

900 Gefallene, 670 Schwerverletzte

Die Schlacht um die Festung Modlin ereignete sich während des Überfalls auf Polen.

Die Garnison der Festung Modlin umfasste damals etwa 15.000 bis 20.000 Mann (später etwa 40.000), rund 96 Geschütze und 7 TK-3-Panzer. Ihre Aufgabe war die Verteidigung im Süden entlang der Linie Cibulice Male, Bielany, Dembina und im Osten entlang der Linie Boża Wola, Gut Góra, wobei am Südrand des Kampinos Wald Beobachtungsposten waren.

Ruine des südlichen Brückenkopfes der Festung Modlin am Fluss Narew
Lageentwicklung nach dem 14. September. Auf der Karte sind die in Modlin eingeschlossenen Verbände erkennbar.
Der polnische General Leopold Cehak (links) bei der Übergabe der Festung Modlin an Adolf Strauß am 29. September 1939

In der Festung Modlin befand sich das Hauptquartier der polnischen Armia Modlin (Modlin Armee) nach ihrem Rückzug von den Grenzbefestigungen. Vom 13. bis 29. September 1939 wurde die Festung Modlin von deutschen Truppen belagert. Die Truppen der Festung wurden vom polnischen General Wiktor Thommée kommandiert. Die Kämpfe um Modlin standen im strategischen Gesamtzusammenhang mit der einige Kilometer südlich stattfindenden Schlacht um Warschau. In der Festung war auch der polnische Panzerzug Śmierć (Tod) stationiert.

Ab 13. September wurde die Festung vollständig belagert und war von Warschau abgeschnitten. Am 16. September befahl der Befehlshaber des deutschen 2. Armeekorps der 228. Infanteriedivision, am 18. September begann der Angriff auf die Festung. Am 17. September kam es den ganzen Tag über zu heftigen Luftangriffen auf die Festung. In der Nacht vom 17. auf den 18. September stieß die Panzer-Division Kempf zum deutschen 2. Armeekorps und bezog Stellungen im Nordwesten.[2]

Am 26. September führten Einheiten des 2. Armeekorps, unterstützt durch Artilleriefeuer, eine Aufklärung des inneren Festungsrings durch, die jedoch wegen des Beschusses der polnischen Verteidigungsstellungen scheiterte. Am 27. September griff das 2. Armeekorps, verstärkt durch zusätzliche Artillerie, die Festung in Zusammenarbeit mit der 213. und 221. Infanteriedivision des 10. Armeekorps von Süden her erneut an, jedoch ohne Erfolg.[2]

Am 28. September wurde ein Waffenstillstand vereinbart. Festung Modlin kapitulierte am Morgen des 29. September 1939 gegenüber der deutschen Wehrmacht. Rund 35.000 polnische Soldaten gingen in deutsche Kriegsgefangenschaft. Etwa 1.300 Soldaten fielen bei der Verteidigung der Festung.[2]

Im Verlauf der Kampfhandlungen um Modlin kam es zum ersten dokumentierten Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs: Zu diesem Zeitpunkt war Kurt Meyer, und die von ihm kommandierte Panzerabwehr-Kompanie der Leibstandarte SS Adolf Hitler, in schwere Kämpfe im Raum Modlin verwickelt. Kurt Meyer wurde in einem alliierten Untersuchungsbericht vorgeworfen, bei Modlin 50 Juden zusammengetrieben und erschossen zu haben.[3] Meyer wurde 1945 wegen anderer Kriegsverbrechen von den Kanadiern zum Tode verurteilt, später begnadigt und 1954 aus der Haft entlassen.

Commons: Schlacht um Modlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Twierdza Modlien. Abgerufen am 10. April 2026 (polnisch).
  2. 1 2 3 Komorowski: Boje Polskie 1939–1945. Literatura polska. Przewodnik encyklopedyczny, Warschau 2009.
  3. Peter Lieb: Konventioneller Krieg oder NS-Weltanschauungskrieg? Kriegsführung und Partisanenbekämpfung in Frankreich 1943/44. Oldenbourg, München 2007, ISBN 3-486-57992-4, (Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte 69) S. 159.