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SPD Baden-Württemberg

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SPD Baden-Württemberg
Andreas Stoch
Andreas Stoch
Vorsitzender Andreas Stoch
Stellvertreter Jasmina Hostert
Dorothea Kliche-Behnke
Parsa Marvi
Rita Schwarzelühr-Sutter
General­sekretär Sascha Binder
Schatz­meister Karl-Ulrich Templ
Geschäfts­führer Rainer Hinderer
Gründungs­datum 7./8. Juni 1952
Gründungs­ort Stuttgart
Hauptsitz Wilhelmsplatz 10
70182 Stuttgart
Landtagsmandate
10/157
Mitglieder­zahl 30.100 (Stand: Februar 2026)[1]
Website www.spd-bw.de

Die SPD Baden-Württemberg ist mit ca. 30.100 Mitgliedern die zweitgrößte Partei in Baden-Württemberg. Landesvorsitzender ist seit November 2018 Andreas Stoch. Seit März 2026 ist Sascha Binder Vorsitzender der Landtagsfraktion.

Titelblatt der Schwäbischen Tagwacht anlässlich der Konferenzeröffnung des Internationalen Sozialistenkongresses 1907 in Stuttgart

Vor der Novemberrevolution

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Die SPD hat in Baden-Württemberg eine lange Tradition, die im 19. Jahrhundert in den ehemaligen Ländern Württemberg und Baden begann. Von 1878 bis 1890, während der Dauer der Sozialistengesetze, war die SPD wie überall in Deutschland verboten. Danach setzte eine Gründungswelle sozialdemokratischer Vereine ein. Eine badische Hochburg der SPD bildete sich in Mannheim heraus. Die Wirtschafts- und Sozialstruktur in Württemberg war von mittelständischer Industrie geprägt, außerdem war die Verstädterung und die damit verbundene Verelendung der Arbeiter dort geringer als in anderen Teilen des Deutschen Reichs. In Stuttgart gab es jedoch Wohnungselend.[2] Die zunehmend eigenständige kulturelle Identität der Arbeiterbewegung wurde mit der Gründung der Stuttgarter Waldheime sichtbar. Auf der kommunalen Ebene wirkten Sozialdemokraten früh an der Politik mit und fanden häufig politischen Konsens mit bürgerlichen Parteien. Im württembergischen Landtag hingegen stimmte die sozialdemokratische Fraktion nur ein einziges Mal, im Jahr 1907, dem württembergischen Staatshaushalt zu. Dies war die Gegenleistung für den im August 1907 stattfindenden Internationalen Sozialistenkongress in Stuttgart, der erste seiner Art auf deutschem Boden. Im badischen Landtag kam es nach der Wahl 1905 zu einer bis zum Jahr 1918 einmaligen Zusammenarbeit der Nationalliberalen und der SPD im sogenannten Großblock, um den Einfluss des erstarkten badischen Zentrums zurückzudrängen. Bis zur Novemberrevolution konnte trotzdem kein SPD-Mitglied Beamter werden. Im Ersten Weltkrieg mussten auch viele Sozialdemokraten für Kaiser und Reich ihr Leben lassen. Freiwillig zu den Waffen meldete sich der prominente badische Sozialdemokrat Ludwig Frank, er fiel bereits in den ersten Kriegswochen.

In der Weimarer Republik

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In der Weimarer Republik spielte die SPD zunächst eine führende Rolle. Sowohl in Württemberg als auch in Baden wurde die SPD Regierungspartei und stellte mit Wilhelm Blos in Stuttgart und mit Anton Geiß in Karlsruhe auch jeweils den Ministerpräsidenten. In Württemberg endete die Regierungsbeteiligung der SPD mit dem Austritt von Wilhelm Keil aus dem Kabinett Hieber bereits im Juni 1923 und sie blieb trotz des großen Wahlerfolgs im Jahr 1928 in der Opposition. Seit 1924 war Kurt Schumacher als streitbarer Oppositionsredner für die SPD im württembergischen Landtag vertreten. In Baden konnte sich die SPD in den Jahren 1918 bis Ende 1932 ununterbrochen an der Regierung beteiligen und stellte mit Adam Remmele mehrmals den turnusmäßig wechselnden Ministerpräsidenten. Weitere führende badische Sozialdemokraten der Weimarer Republik waren der Reichskanzler Hermann Müller und der Reichstagsabgeordnete Ludwig Marum. In der NS-Zeit von 1933 bis 1945 wurden die SPD-Mitglieder verfolgt und viele bereits 1933 in Konzentrationslager verschleppt.

In Baden-Württemberg

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Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden in den Ländern Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern zunächst drei unabhängige SPD-Parteibezirke. Alle drei Parteibezirke befürworteten vorbehaltlos die Gründung des Landes Baden-Württemberg, obwohl dies gerade die starke Position der SPD im von Industrie geprägten Land Württemberg-Baden schwächte, da im wenig industrialisierten und stark katholischen Süden des neuen Landes strukturbedingt weniger SPD-Wähler vorhanden waren. Der Landesverband der SPD wurde auf dem Parteitag vom 7. zum 8. Juni 1952 in Stuttgart gegründet. Zunächst firmierte die SPD Baden-Württemberg unter der Bezeichnung „Parteibezirk“ und erst ab 1962 als „Landesverband“. Die Partei war in den Jahren 1952 bis 1960 in einer Allparteienregierung und von 1966 bis 1972 und 1992 bis 1996 in einer Großen Koalition an der Regierung Baden-Württembergs beteiligt, stellte aber niemals den Ministerpräsidenten. Von 2011 bis 2016 war die SPD Juniorpartner in einer Grün-roten Koalition. Seit 2016 befindet sich die SPD wieder in der Opposition. In den vergangenen Jahren verschlechterten sich die Wahlergebnisse der SPD in Baden-Württemberg kontinuierlich. Nachdem sie bei der Landtagswahl 2001 noch 33,3 Prozent der Stimmen erhalten hatte, schaffte sie bei der Landtagswahl 2026 mit 5,5 Prozent der Stimmen – dem schlechtesten Ergebnis der Partei bei einer überregionalen Wahl in Deutschland jemals – nur noch knapp den Einzug in den Landtag.

Maßgeblichen Anteil hatte die SPD auch an der Verwaltungsreform von 1973. In der Schulpolitik wirkte die SPD bis zum Ende der 1960er Jahre darauf hin, noch bestehende konfessionsgebundene Schulen und Lehrerausbildung besonders in Südwürttemberg abzuschaffen. Aus dem SPD-Landesverband in Baden-Württemberg gingen auch immer wieder wichtige bundespolitische Persönlichkeiten hervor, wie etwa Carlo Schmid, Alex Möller, Horst Ehmke, Erhard Eppler, Volker Hauff, Rainer Offergeld, Herta Däubler-Gmelin und Walter Riester.

Der Landesverband organisiert sich in Ortsvereinen, die zu 43 Kreisverbänden zusammengefasst sind. Die 43 Kreisverbände sind auf vier Regionen verteilt, deren Einzugsgebiet den vier Regierungsbezirke Karlsruhe, Freiburg, Stuttgart und Tübingen entspricht.

Die nachfolgende Tabelle gibt die Entwicklung der Anzahl der Mitglieder seit der Gründung des Landesverbandes im Jahr 1952 an. Die bisher höchste Zahl an Mitgliedern wurde im Jahr 1976 erreicht.[3]

Jahr Mitglieder
195237.661
195535.788
196847.192
197677.979
198071.457
199066.387
200249.243
201435.835[4]
201836.451[5]
202133.200[6]
202630.100[7]
Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Erwin Schoettle (rechts), 1969
Alex Möller, 1973
Erhard Eppler, 1973
Carlo Schmid (links) im Gespräch mit Egon Bahr 1976
Ute Vogt
Jahre Vorsitzender
1890–1894 Adolf Geck
1894–1895 Jakob Friedrich Autenrieth
1895–1900 Johann Friedrich Haug
1900–November 1901 Wilhelm Opificius
1901–1906 Georg Pfeiffle
1906–1908 August Schaier und Friedrich Sigmund
1908–1919 Anton Geiß
1920–1923 Georg Strobel
1923–1924 Gustav Zimmermann
1924–1933 Georg Reinbold

SPD Württemberg

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Jahre Vorsitzender
1890–1891 Rudolf Behr
1891–1892 Adam Dietrich
1892–1895 Karl Sperka
1895–1899 Adam Dietrich
1899–1900 Friedrich Fischer
1900–1903 Otto Wasner
1903–1904 Rudolf Behr
1904–1905 Karl Sperka
1905–1906 Adam Dietrich
1906–1908 Gottlieb Eduard Steinbrenner
1908–1911 Karl Sperka
1911–1913 Karl Hildenbrand
1913–1920 Friedrich Fischer
1920–1924 Otto Steinmayer
1924–1933 Erich Roßmann

SPD Württemberg-Baden

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Jahre Vorsitzender
1946–1947 Fritz Ulrich und Gustavo Alfredo Zimmermann
1947–1952 Erwin Schoettle
Jahre Vorsitzender
1946–1952 Richard Jäckle

SPD Württemberg-Hohenzollern

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Jahre Vorsitzender
1946–1952 Carlo Schmid

SPD Baden-Württemberg (ab 1952)

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Jahre Vorsitzender/Vorsitzende
1952–1962 Erwin Schoettle
1962–1966 Alex Möller
1966–1968 Walter Krause
Mai–November 1968 kommissarisch: Erwin Schoettle, Heinz Bühringer und Eugen Loderer
1968–1973 Heinz Bühringer
1973–1981 Erhard Eppler
1981–1987 Ulrich Lang
1987–1999 Ulrich Maurer
1999–2009 Ute Vogt
2009–2016 Nils Schmid
2016–2018 Leni Breymaier
seit 2018 Andreas Stoch

Für die Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion siehe: Landtag von Baden-Württemberg#Fraktionsvorsitzende der SPD

Landtagswahlergebnisse

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Wahlergebnisse der SPD Baden-Württemberg[8]
in Prozent
35%
30%
25%
20%
15%
10%
5%
0%
'52
'56
'60
'64
'68
'72
'76
'80
'84
'88
'92
'96
'01
'06
'11
'16
'21
'26
Ergebnisse der Landtagswahlen[9]
Jahr Spitzenkandidat/in Stimmen Sitze
1952Hermann Veit28,0 %38
195628,9 %36
196035,3 %44
1964Walter Krause37,3 %47
196829,0 %37
1972Heinz Bühringer37,6 %45
1976Erhard Eppler33,3 %41
198032,5 %40
1984Ulrich Lang32,4 %41
1988Dieter Spöri32,0 %42
199229,4 %46
199625,1 %39
2001Ute Vogt33,3 %45
200625,2 %38
2011[10][11]Nils Schmid23,1 %35
201612,7 %19
2021Andreas Stoch11,0 %19
20265,5 %10
  • Jörg Schadt und Wolfgang Schmierer (Hrsg.): Die SPD in Baden-Württemberg und ihre Geschichte. Von den Anfängen der Arbeiterbewegung bis heute. Schriften zur politischen Landeskunde Band 3. Verlag W. Kohlhammer in Verbindung mit der Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg, Stuttgart 1979.
  • Horst Glück: Die SPD. In: Michael Eilfort (Hrsg.): Parteien in Baden-Württemberg. Schriften zur politischen Landeskunde Band 31. Verlag W. Kohlhammer in Verbindung mit der Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg, Stuttgart 2004, S. 75–104
  • Martin Mendler: mal ganz ehrlich: Geschichte und Politik von Landtagsfraktion und Landespartei der SPD Baden-Württemberg von 1952 bis 2022, epubli GmbH, 1. Auflage, Berlin 2024, ISBN 978-3-7598-7013-1.

Einzelnachweise und Anmerkungen

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  1. Sozialdemokratische Partei Deutschlands. In: Bundeszentrale für politische Bildung. 9. Februar 2026, abgerufen am 10. Februar 2026.
  2. vgl. Friedrich Westmeyer: Wohnungselend in Stuttgart. Stuttgart 1911
  3. Michael Eilfort (Hrsg.): Parteien in Baden-Württemberg. Schriften zur politischen Landeskunde Band 31. Verlag W. Kohlhammer in Verbindung mit der Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg, Stuttgart 2004, Seite 91
  4. Daniel Friedrich Sturm: Der SPD laufen die Mitglieder davon. In: www.welt.de. Axel Springer SE, 22. Februar 2015, abgerufen am 25. August 2017.
  5. SPD-Landesverband Baden-Württemberg: Geschäftsbericht 2016-2018. In: www.spd-bw.de. 24. November 2018, abgerufen am 5. August 2019.
  6. Aderlass beschleunigt sich: CDU büßt 3200 Mitglieder ein. In: bnn.de. 24. Februar 2022, abgerufen am 3. April 2023.
  7. Sozialdemokratische Partei Deutschlands. In: Bundeszentrale für politische Bildung. 9. Februar 2026, abgerufen am 9. Februar 2026.
  8. Ergebnisse der Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Zeitreihen 1952-2011 – Statistisches Landesamt Baden-Württemberg (Memento vom 26. Juni 2010 im Internet Archive)
  9. Ergebnisse der Landtagswahlen in Baden-Württemberg
  10. Endgültiges Ergebnis der Landtagswahl am 27. März 2011 mit Vergleichsangaben von 2006: Land Baden-Württemberg (Memento vom 19. Juli 2011 im Internet Archive)
  11. Wahlergebnisse in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz auf Focus Online, abgerufen am 27. März 2011