Zum Inhalt springen

Ruth Albu

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Ruth Albu (* 4. April 1908 in Berlin; † 27. Februar 2000 in Santa Barbara, Kalifornien) war eine deutsch-US-amerikanische Film- und Theaterschauspielerin.

Ruth Albu wurde als Susanne Ruth Albu in Schmargendorf geboren.[1] Sie war die zweite Tochter von Eugen Albu und Jenny Albu, geborene Fischer, und die jüngere Schwester von Dorothea Albu, die später als Solotänzerin an der Berliner Staatsoper erfolgreich war.[1] Die jüdische Familie lebte in der Marienbader Straße 9 in Berlin.[1]

Albu debütierte 1926 am Renaissance-Theater in Berlin in Friedrich Hollaenders Revue Laterna Magica.[1] Es folgten weitere Engagements in Königsberg, Breslau und erneut in Berlin.[1] 1927 wirkte sie am Lessing-Theater in der Uraufführung von Carl Zuckmayers Stück Schinderhannes mit.[1]

Ab 1928 verkörperte sie auch mehrere Filmrollen, darunter in Rasputins Liebesabenteuer, Die Republik der Backfische, Geschminkte Jugend, Hokuspokus und Feind im Blut. Mehrere dieser Filme griffen zeitgenössische Tabuthemen auf.[1] So bezog sich Geschminkte Jugend auf die Steglitzer Schülertragödie von 1927, während Feind im Blut als Aufklärungsfilm über Geschlechtskrankheiten mit einem Jugendverbot belegt wurde.[1] In Feind im Blut spielte Albu eine verheiratete Frau, die sich mit Gonorrhoe infiziert.[1]

Ab dem 29. Oktober 1930 war Albu mit Heinrich Schnitzler verheiratet, dem Sohn von Arthur Schnitzler.[1] Ab Anfang 1930 verband sie eine enge Beziehung mit Erich Maria Remarque, die ihre Ehe belastete.[1] 1931 verbrachten Albu und Remarque den Sommer im Deutschen Reich und in der Schweiz.[1] Im September 1931 meldeten Zeitungen die angebliche Scheidung Ruth Albus und eine bevorstehende Heirat mit Remarque; Albu dementierte die Meldungen.[2] Die Beziehung zu Remarque endete 1932.[1] Sie riet Remarque angesichts des erstarkenden Nationalsozialismus zum Verlassen Deutschlands.[1]

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten floh Albu mit ihren Eltern zunächst nach Paris und anschließend nach London, wo die Familie bei Verwandten unterkam.[1] Während eines Aufenthalts in Wien heiratete sie am 29. November 1933 den jüdisch-polnischen Ulrich Arie.[1] Ihr Vater starb 1935 in London.[1] Albu kehrte danach noch einmal als Schauspielerin nach Wien zurück, verließ Österreich jedoch vor dem „Anschluss“ 1938.[1] 1939 wurde sie in London zeitweise als „female enemy alien“ interniert.[1] Im September 1940 wanderte sie mit ihrem Ehemann und ihrer Mutter von Liverpool in die USA aus; am 3. Oktober 1940 traf sie in New York ein.[1] 1941 ist ihre Scheidung von Ulrich Arie belegt.[1]

Am 1. August 1944 heiratete sie den aus Frankreich emigrierten Kunstsammler Henri Morgenroth.[1] Mit Hotel Berlin übernahm sie 1944/1945 ihre letzte Filmrolle.[1] Später arbeitete sie als Schauspiellehrerin in Santa Barbara, wo 1955 auch ihre Mutter starb.[1] Ruth Albu starb 2000 in Santa Barbara.[1]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 Nicolas Basse: Schauspielerin und Jüdin Ruth Albu: Die Vergessene. In: taz. 20. April 2026, abgerufen am 20. April 2026.
  2. Erich Maria Remarque: Biografie in Daten Erich Maria Remarque-Friedenszentrum