Planetarion
| Planetarion | |
| Entwickler | Fifth Season AS |
|---|---|
| Publisher | Jagex |
| Veröffentlichung | 2000 |
| Plattform | Webbrowser |
| Genre | MMOG, Browserspiel, Computer-Strategiespiel |
| Spielmodus | Mehrspieler |
| Steuerung | Tastatur und Maus |
| Sprache | Englisch |
Planetarion ist ein browserbasiertes Massively Multiplayer Online Game (MMOG) beziehungsweise ein Browserspiel mit Strategie-Elementen, das im Jahr 2000 von der norwegischen Entwicklergruppe Fifth Season AS veröffentlicht wurde.[1]
Das Spiel zählt zu den frühen Vertretern sogenannter „persistent browser-based games“ (PBBG), also persistenter Browsergames mit dauerhaft fortlaufender Spielwelt.[2] In der Forschungsliteratur wird Planetarion neben Spielen wie Travian und Kingdom of Loathing als bekanntes Beispiel eines Langzeit-Browsergames genannt.[2]
Die Fachzeitschrift c’t bezeichnete Planetarion 2003 als „internationalen Urvater des neuen deutschen Multiplayer-Vergnügens“ im Bereich browserbasierter MMOGs.[1]
Spielprinzip
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Spieler kontrollieren jeweils einen Planeten innerhalb einer persistenten Spielwelt. Durch den Abbau von Rohstoffen und Asteroiden können Gebäude errichtet, Technologien erforscht und Raumschiffe produziert werden.[3]
Zentrales Element des Spiels ist die Zusammenarbeit in Galaxien und Allianzen. Galaxien können Bündnisse eingehen oder gegeneinander kämpfen.[3]
Planetarion basiert auf einem Tick-System, bei dem Spielaktionen in festen Zeitintervallen verarbeitet werden. Die Spielwelt entwickelt sich auch dann weiter, wenn ein Spieler nicht aktiv eingeloggt ist, womit Planetarion dem Konzept der Persistent World folgt.[1][3]
Das Spiel wird in periodischen Spielrunden („Rounds“) gespielt, die jeweils mehrere Wochen dauern und nach ihrem Abschluss zurückgesetzt werden.[3]
Entwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Planetarion wurde Anfang 2000 veröffentlicht und entwickelte sich früh zu einem international bekannten Browser-MMOG.[1]
Laut einer 2009 veröffentlichten Untersuchung zu Browsergames erreichte Planetarion in seiner Hochphase geschätzte 160.000 bis 200.000 registrierte Nutzer. Die Studie weist jedoch darauf hin, dass offizielle Statistiken nicht vorlagen und ein Teil der Accounts auf sogenannte Multiaccounts oder inaktive Nutzer zurückzuführen gewesen sein könnte.[4]
Die c’t beschrieb 2003 einen „heimlichen Boom“ browserbasierter MMOGs und verwies dabei auf Planetarion als internationales Vorbild für zahlreiche deutschsprachige Projekte.[1]
2003 wurde Planetarion von Jolt Online Gaming übernommen.[5]
Nach der geplanten Einstellung des Spiels im Jahr 2009 wurden die Rechte von Renegade Games übernommen.[6]
Seit 2010 liegen die Rechte bei Jagex.[5]
Planetarion wird weiterhin aktiv betrieben. Auf der offiziellen Website werden laufende Spielrunden, regelmäßige Aktualisierungen und Community-Veranstaltungen veröffentlicht.[7] Aktuelle Spielrunden wie „Round 116“ und „Round 117“ wurden noch 2026 durchgeführt.[7]
Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Planetarion gewann mehrfach die Auszeichnung „Game of the Month“ der Multiplayer Online Games Directory (MPOGD).[8]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 Andreas Lober; Ingo Sontowski: Der Feind im Fenster: Deutsche Multiplayer-Games auf Browser-Grundlage. In: c’t. Nr. 23, 2003, S. 180–185 (archive.org).
- 1 2 Daniel Schultheiss: Im Reich der interstellaren Händler: Internetgames als innovative Spielform – eine Längsschnittstudie zu Spielmotivationen, Spielerleben und Spielverhalten am Beispiel eines Langzeit-Browsergames. Univ.-Verlag, Boizenburg 2009, ISBN 978-3-939473-44-2, S. 43–44.
- 1 2 3 4 What is Planetarion. In: Planetarion Portal. Abgerufen am 13. Mai 2026.
- ↑ Daniel Schultheiss: Im Reich der interstellaren Händler: Internetgames als innovative Spielform – eine Längsschnittstudie zu Spielmotivationen, Spielerleben und Spielverhalten am Beispiel eines Langzeit-Browsergames. Univ.-Verlag, Boizenburg 2009, ISBN 978-3-939473-44-2, S. 37.
- 1 2 Jagex purchases Planetarion. In: Planetarion Portal. 26. Juli 2010, abgerufen am 13. Mai 2026.
- ↑ The future of planetarion. In: Planetarion Portal. 6. Februar 2009, abgerufen am 13. Mai 2026.
- 1 2 Planetarion Portal. Abgerufen am 13. Mai 2026.
- ↑ Multiplayer Online Games Directory / GOTM. Abgerufen am 13. Mai 2026.