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Kelheim Fibres

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Kelheim Fibres GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 2. November 1993
Auflösung 31. März 2026[1]
Sitz Kelheim, Bayern
Leitung
  • Craig Barker, Vorsitzender d. Geschäftsleitung[2]
Mitarbeiterzahl 515 (2019)
Umsatz 131 Mio. Euro (2019)
Branche chemische Industrie
Website kelheim-fibres.com

Die Kelheim Fibres GmbH war ein Unternehmen der chemischen Industrie mit Sitz in Kelheim in Niederbayern, das sich auf die Herstellung von Viskosefasern spezialisiert hatte.

Kelheim Fibres geht zurück auf die 1935 gegründete Süddeutsche Spinnfaser AG, welche bereits kurze Zeit später unter dem Namen Süddeutsche Zellwolle AG die Produktion von Viskosespinnfasern aufnahm.

In den 1960er Jahren erfolgte erneut eine Umbenennung in Süddeutsche Chemiefaser AG. Man begann auch mit einer Ausweitung der Produktion und führte die Herstellung von Polyacrylnitrilspinnfasern ein. 1968 erwarb die Hoechst AG eine Mehrheitsbeteiligung an dem Kelheimer Unternehmen und gliederte es nur wenige Jahre später in den Hoechst-Konzern als Werk Kelheim ein.

Januar 1994 erfolgte die Ausgliederung aus der Hoechst AG als Faserwerk Kelheim GmbH[3] und Gründung eines Joint Venture Courtaulds European Fibres mit der britischen Courtaulds plc.

1998 übernahm die niederländische Akzo Nobel N. V. und benannte das Werk um in Acordis Kelheim GmbH.

2004 wurde das Werk vom Private-Equity-Fonds „EQUI-Fibres“[4] gekauft, der Viskosefaserbereich in Kelheim Fibres GmbH[5] umbenannt und 2005 der Acrylfaserbereich als Tochtergesellschaft DOLAN GmbH ausgegliedert.[6][7]

Die österreichische Lenzing AG erwarb zum 1. Januar 2008 die Dolan GmbH, der geplante mehrheitliche Erwerb der Kelheim Fibres GmbH wurde aus kartellrechtlichen Gründen aber 2012 untersagt.[8] Lenzing betreibt auf dem Werksgelände seit 2008 als Joint Venture auch die kleine Spezialitätensparte European Precursor GmbH.[9]

Im Jahr 2024 stellte das Unternehmen aufgrund des massiven Preisverfalls einen Insolvenzantrag.[10][11] Ende März 2026 wurde die Produktion eingestellt.[1]

Produkte und Marken

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Kelheim Fibres hatte sich auf die Herstellung von Viskosefasern spezialisiert. 2020 wurden etwa 90.000 Tonnen Fasern produziert.[12] Kelheim Fibres war der weltweit führende Hersteller von Viskose-Spezialfasern. Zu den bekannten Marken des Unternehmens gehörten Danufil, Galaxy, Viloft und Outlast.[13]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Geschichte von Kelheim-Fibres endet mit Trauermarsch. 1. April 2026, abgerufen am 3. April 2026.
  2. Kelheim Fibres GmbH: Geschäftsführung (Memento vom 14. Juli 2014 im Internet Archive)
  3. Amtsgericht Regensburg HRB 5439 -- Gründung 2. November 1993 Faserwerk Kelheim GmbH
  4. Genios Firmenverzeichnis: EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH www.genios-firmen.de.
  5. Amtsgericht Regensburg HRB 5439 – Veränderung 13. Januar 2005 Kelheim Fibres GmbH. Auf peoplecheck.de.
  6. Christian Omonsky, Ludwig Faust: Durch Innovationsvorsprung in Deutschland konkurrenzfähig. In: Wirtschaftskompass. Nr. 5, 2008, S. 27–29.
  7. Durch Innovationsvorsprung in Deutschland konkurrenzfähig (Memento vom 6. Januar 2012 im Internet Archive)
  8. Bundeskartellamt verhindert Monopol bei Viskosefasern zur Herstellung von Tampons. Bundeskartellamt, 23. November 2012, abgerufen am 10. September 2017.
  9. Standort Kelheim mit drei Werken (Memento vom 29. September 2013 im Internet Archive)
  10. Zu massiver Preisdruck: Kelheim Fibres stellt Insolvenzantrag. 23. Oktober 2024, abgerufen am 7. November 2024.
  11. Aiwanger hat wenig Hoffnung für angeschlagenen Kelheimer Faser-Spezialisten. Abgerufen am 26. November 2025.
  12. Kelheim Fibres GmbH, abgerufen am 5. März 2021.
  13. Marken und Anwendungen (Memento vom 27. September 2013 im Internet Archive)

Koordinaten: 48° 54′ 22,8″ N, 11° 54′ 20,8″ O