Desmodieae
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Desmodieae | ||||||||||||
| (Benth.) Hutch. |
Desmodieae ist eine Tribus in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Ihre 520 bis 530 Arten besitzen ein Hauptverbreitungsgebiet in tropischen, subtropischen und warm-gemäßigten Gebieten, aber sie kommen auch in den kühl-gemäßigten und subborealen Gebieten des östlichen Asiens und Nordamerikas vor.
Beschreibung
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Vegetative Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es sind meist ausdauernde, manchmal einjährige, krautige Pflanzen oder Sträucher, selten Bäume oder windende Pflanzen.
Die meist unpaarig gefiederten Laubblätter besitzen meist drei, selten bis neun Fiederblättchen; manchmal bis auf ein Fiederblatt reduziert. Meist sind gestreifte Nebenblätter vorhanden.
Generative Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es werden end- oder seitenständige meist traubige, manchmal rispige, selten doldige oder bündelige Blütenstände gebildet.
Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle (Perianth). Die fünf Kelchblätter sind verwachsen und enden mit vier oder fünf Kelchzähnen oder zweilippig. Die Blütenkrone hat den typischen Aufbau der Schmetterlingsblütler. Die Flügel sind gleich lang oder länger als das Schiffchen und haften oft an seiner Basis. Oft sind neun der zehn Staubblätter untereinander zu einer Röhre verwachsen, aber sie können auch alle frei sein. Die Staubbeutel sind alle gleich. Es ist ein oberständiges Fruchtblatt vorhanden.
Die transversal verwachsenen Hülsenfrüchte bestehen manchmal nur aus einem Abschnitt oder selten zwei Fächern. Die Samen besitzen selten einen Arillus.




Systematik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Tribus Desmodieae Hutch. wurde 1964 durch John Hutchinson in Gen. Fl. Pl., 1, S. 477 aufgestellt. Typusgattung ist Desmodium Desv.
Die Tribus Desmodieae wird gegliedert in drei Kladen mit 23 bis 30 Gattungen[1][2][3] mit 520 bis 530 Arten:
- Desmodium Klade:
- Alysicarpus Desv.: Die etwa 30 Arten sind im tropischen Afrika, Asien, Australien und der Neotropis weitverbreitet.
- Bouffordia H.Ohashi & K.Ohashi[4]
- Christia Moench: Die etwa 13 Arten kommen im tropischen Asien und Australien vor.
- Codoriocalyx Hassk.: Die nur zwei Arten sind in Asien Südostasien und Australien verbreitet:
- Codoriocalyx gyroides (Link) Hassk.: Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Südasien und Südostasien, sie ist in vielen tropischen Gebieten der Welt ein Neophyt.
- Telegrafenpflanze (Codoriocalyx motorius (Houtt.) H.Ohashi): Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Südasien, Südostasien und Australien, sie ist in vielen tropischen Gebieten der Welt ein Neophyt.
- Desmodiastrum (Prain) A.Pramanik & Thoth.: Die nur zwei Arten kommen nur in Indien vor.
- Desmodium Desv.: Die früher etwa 280 Arten sind hauptsächlich in subtropischen bis tropischen Gebieten verbreitet.
- Eleiotis DC.: Die nur zwei Arten kommen in Indien, Myanmar und Sri Lanka vor.
- Grona Lour.[4]
- Hegnera Schindl.
- Huangtcia H.Ohashi & K.Ohashi[5]
- Hylodesmum H.Ohashi & R.R.Mill: Die etwa 14 Arten kommen hauptsächlich in Ostasien, drei Arten in Nordamerika vor, darunter
- Hylodesmum repandum (Vahl) H.Ohashi & R.R.Mill
- Leptodesmia (Benth.) Benth. & Hook. f.: Die nur drei Arten kommen in Madagaskar vor, eine davon auch in Asien.
- Mecopus Benn.: Sie enthält nur eine Art:
- Mecopus nidulans Bennett: Sie ist im tropischen Asien verbreitet.
- Melliniella Harms: Sie enthält nur eine Art:
- Melliniella micrantha Harms: Sie ist in Zentralafrika weitverbreitet.
- Monarthrocarpus Merr.
- Ototropis Nees[6]
- Pleurolobus J.St.-Hil.[4]
- Polhillides H.Ohashi & K.Ohashi[4]
- Pseudarthria Wight & Arn.: Sie enthält nur eine Art:
- Pseudarthria hookeri Wight & Arn.: Sie ist in Madagaskar und Afrika beheimatet.
- Puhuaea H.Ohashi & K.Ohashi[7]
- Pycnospora R.Br. ex Wight & Arn.: Sie enthält nur eine Art:
- Pycnospora lutescens (Poiret) Schindler: Sie ist im tropischen Afrika, Asien bis östlichen Australien verbreitet.
- Sohmaea H.Ohashi & K.Ohashi[4]
- Sunhangia H.Ohashi & K.Ohashi[4]
- Tateishia H.Ohashi & K.Ohashi[4]
- Trifidacanthus Merr.: Sie enthält nur eine Art:
- Trifidacanthus unifoliolatus Merrill: Sie ist in China, Vietnam, Indonesien und auf den Philippinen verbreitet.
- Uraria Desv.: Die etwa 20 Arten kommen hauptsächlich im tropischen Afrika, Asien und Australien vor.
- Lespedeza Klade: Sie enthält etwa drei Gattungen:
- Campylotropis Bunge: Die etwa 37 Arten sind hauptsächlich in den gemäßigten Gebieten Asiens verbreitet.
- Kummerowia Schindl.: Die nur zwei Arten sind in China, Japan, Korea und Russland verbreitet.
- Buschklee (Lespedeza Michx.): Die etwa 60 Arten sind in Asien und Nordamerika weitverbreitet.
- Phyllodium Klade:
- Akschindlium H.Ohashi[8]
- Aphyllodium (DC.) Gagnep.: Die zwei bis sieben Arten kommen vom tropischen Asien bis nördlichen Australien vor.
- Arthroclianthus Baill.: Sie enthält nur eine Art:
- Arthroclianthus cuneatus Schindl.: Sie kommt in Neukaledonien vor.
- Arthroclianthus Baill.
- Dendrolobium (Wight & Arn.) Benth.: Die etwa acht Arten gedeihen im subtropischen bis tropischen Asien sowie in Australien.
- Droogmansia De Wild.: Die etwa 24 Arten kommen in Afrika vor.
- Hanslia Schindl.
- Nephrodesmus Schindl.: Sie enthält nur eine Art:
- Nephodesmus albus Schindl.: Sie kommt nur in Neukaledonien vor.
- Ohwia H.Ohashi: Die nur zwei Arten kommen in Ost- sowie Südostasien vor.
- Ougeinia Benth.
- Phyllodium Desv.: Die sechs bis acht Arten sind vom tropischen und subtropischen Asien bis nördlichen Australien verbreitet.
- Tadehagi H.Ohashi: Die etwa sechs Arten sind im tropischen Asien, nördlichen Australien und auf Pazifischen Inseln verbreitet.
- Verdesmum H.Ohashi & K.Ohashi[9]
Inhaltsstoffe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Inhaltsstoffe vieler Arten wurden untersucht.[10]
Quellen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Puhua Huang, Hiroyoshi Ohashi, Yu Iokawa, Tomoyuki Nemoto: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven & Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 10: Fabaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2010, ISBN 978-1-930723-91-7. Desmodieae, S. 262 - textgleich online wie gedrucktes Werk. (Abschnitte Beschreibung und Systematik)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Desmodieae im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
- ↑ Taxon in die Suchmaske eingeben bei International Legume Database & Information Service = ILDIS.
- ↑ Puhua Huang, Hiroyoshi Ohashi, Yu Iokawa, Tomoyuki Nemoto: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven & Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 10: Fabaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2010, ISBN 978-1-930723-91-7. Desmodieae, S. 262 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
- 1 2 3 4 5 6 7 Kazuaki Ohashi, Hiroyoshi Ohashi, Koji Nata: Revival of Murtonia (Leguminosae Tribe Desmodieae) In: Journal of Japanese Botany, Volume 95, Issue 2, 2020, S. 76–84. online.
- ↑ Kazuaki Ohashi, Hiroyoshi Ohashi, Tomoyuki Nemoto, Tatsuki Ikeda: Phylogenetic Analyses for a New Classification of the Desmodium Group of Leguminosae Tribe Desmodieae. In: Journal of Japanese Botany, Volume 93, Issue 3, 2018, S. 165–189 online.
- ↑ Hiroyoshi Ohashi, Kazuaki Ohashi: Ototropis, a genus separated from Desmodium (Leguminosae). In: Journal of Japanese Botany, Volume 87, Issue 2, 2012, S. 108–118.
- ↑ Kazuaki Ohashi, Hiroyoshi Ohashi, Ye Bin, K. Nata: A new phylogenetic classification of Ototropis (Leguminosae tribe Desmodieae). In: Journal of Japanese Botany, Volume 94, Issue 5, 2019, S. 265–299.
- ↑ Hiroyoshi Ohashi: A new vircumscription of Tadehagi and a new genus Akschindlium (Leguminosae). In: Journal of Japanese Botany, Volume 78, Issue 5, 2003, S. 269–294.
- ↑ Hiroyoshi Ohashi, Kazuaki Ohashi: Verdesmum, a new genus of Leguminosae: tribe Desmodieae In: Journal of Japanese Botany, Volume 87 Issue 5, 2012, S. 299–306.
- ↑ Robert Hegnauer: Chemotaxonomie der Pflanzen. XIB-2: Leguminosae Teil 3: Papilionoideae. Springer, 2001, ISBN 3-7643-5862-9, S. 289–305 (Desmodieae auf Seite 289–305 in der Google-Buchsuche).