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Brunn am Gebirge

Gesichtet
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Marktgemeinde
Brunn am Gebirge
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Brunn am Gebirge
Brunn am Gebirge (Österreich)
Brunn am Gebirge (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Niederösterreich Niederösterreich
Politischer Bezirk: Mödling
Kfz-Kennzeichen: MD
Fläche: 7,26 km²
Koordinaten: 48° 6′ N, 16° 17′ OKoordinaten: 48° 6′ 25″ N, 16° 17′ 3″ O
Höhe: 221 m ü. A.
Einwohner: 12.308 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 1695 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2345
Vorwahlen: 0 22 36
Gemeindekennziffer: 3 17 04
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Franz Anderle-Platz 1
2345 Brunn am Gebirge
Website: www.brunnamgebirge.at
Politik
Bürgermeister Andreas Linhart (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(37 Mitglieder)
17
11
3
3
2
1
17 11 3 3 2 1 
Insgesamt 37 Sitze
Lage von Brunn am Gebirge im Bezirk Mödling
Lage der Gemeinde Brunn am Gebirge im Bezirk Mödling (anklickbare Karte)AchauBiedermannsdorfBreitenfurt bei WienBrunn am GebirgeGaadenGießhüblGumpoldskirchenGuntramsdorfHennersdorfHinterbrühlKaltenleutgebenLaab im WaldeLaxenburgMaria EnzersdorfMödlingMünchendorfPerchtoldsdorfVösendorfWiener NeudorfWienerwaldNiederösterreich
Lage der Gemeinde Brunn am Gebirge im Bezirk Mödling (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Brunn am Gebirge ist eine Marktgemeinde mit 12.308 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Bezirk Mödling in Niederösterreich. Die Gemeinde liegt am Übergang des Wienerwaldes zum Wiener Becken unmittelbar südlich der Wiener Stadtgrenze und gehört zum Ballungsraum der Bundeshauptstadt Wien.

Die Besiedlung des Gemeindegebiets reicht bis in die Jungsteinzeit zurück; die frühneolithische Fundstelle im Wolfsholz zählt zu den ältesten bäuerlichen Siedlungen Österreichs. Über mehr als ein Jahrhundert war der Ort durch die Brunner Brauerei geprägt. Heute ist Brunn am Gebirge ein Wirtschafts- und Betriebsstandort im Süden Wiens mit ausgedehnten Gewerbe- und Industriegebieten sowie dem Businesspark Campus 21.

Lage und Geologie

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Der Ort liegt an den östlichsten Ausläufern der nördlichen Kalkalpen sowie am Staffelbruch des Wiener Beckens (Thermenlinie). Eine Bohrung beim Felsenkeller, somit nahe dem Gebirgsrand, erreichte dennoch erst bei 231,4 m wieder das Grundgebirge. Das belegt, dass das Gebirge in diesem Gebiet sehr steil zum Wiener Becken absinkt.[1] Brunn liegt südlich von Perchtoldsdorf und der Wiener Stadtgrenze an der Südbahn, sodass ein Teil des Ortes am Abhang des Wienerwaldes und der andere Teil bereits im Wiener Becken liegt. Diese Grenze verläuft im Gelände etwa entlang der Südbahn.

Brunn am Gebirge bildet eine einzige Katastralgemeinde und Ortschaft, gliedert sich aber in die Siedlungen Am Wolfsholz und Heidesiedlung. Die Gemeindefläche beträgt 7,26 km²; damit zählt Brunn zu den kleinen, dicht besiedelten Umlandgemeinden Wiens.

Nachbargemeinden

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Perchtoldsdorf Wien Vösendorf
Gießhübl Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Wiener Neudorf
Maria Enzersdorf

Siedlungsreste der jungsteinzeitlichen Bandkeramischen Kultur (älteste Phase) in der Flur Wolfsholz belegen, dass das Gebiet bereits ca. 5500 v. Chr. bewohnt war.[2] Diese zählen zu den ältesten bekannten bäuerlichen Siedlungen Österreichs; die Besiedlung war jedoch nicht durchgehend.

In einigen Publikationen wird vermutet, dass die ehemalige römische Wasserleitung zum Legionslager Vindobona unter anderem mit Wasser aus Brunn gespeist worden sein könnte.[3] Konkrete Funde oder andere Belege gibt es dafür jedoch nicht.

Awarengräber, die in Mödling gefunden wurden, lassen darauf schließen, dass das Gebiet auch zu dieser Zeit bewohnt war. Aufgrund von Ausgrabungen nimmt man an, dass es zur Römerzeit hier eine Veteranensiedlung gab. Aus dieser Epoche stammt ein im Brunner Heimathaus verwahrtes Grabporträt einer Frau in norisch-pannonischer Tracht (um 100 n. Chr.), das als das einzige in Malerei ausgeführte römische Grabbildnis Österreichs gilt.[4]

Etwa um 1000 dürfte das heutige Ortszentrum entstanden sein. Es nannte sich Prun oder Brun, was so viel wie Brunnen bedeutet. Urkundlich wurde Prunni im 12. Jahrhundert in einer Schenkungsurkunde erstmals erwähnt, mit der zwei Brunner Höfe an das Stift Klosterneuburg gelangten. 1370 ist im Ort eine Schule belegt, die zu den ältesten Dorfschulen Niederösterreichs zählt. 1459 stellte Kaiser Friedrich III. einen Freiheitsbrief aus, der den Brunnern eine eigene Gerichtsbarkeit sowie das alleinige Weinschankrecht im Ort einräumte.[5] Um 1500 stand in Brunn eine Mauer rund um den Ort, die rund 300 Jahre lang Bestand hatte.

Während der ersten Türkenbelagerung 1529 wurde Brunn verwüstet; ein Großteil der Bevölkerung wurde getötet oder verschleppt. Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) brachte Einquartierungen und schwere Belastungen, 1634 grassierte die Pest, 1652 zerstörte ein Großbrand einen erheblichen Teil des Ortes, und die Pestwelle von 1679/1680 forderte mehr als 200 Todesopfer. Während der zweiten Türkenbelagerung 1683 wurde Brunn durch osmanische und tatarische Verbände erneut zerstört.[5]

Im 18. und 19. Jahrhundert prägte die Ziegelindustrie den Ort; im Zuge der Industrialisierung stieg die Einwohnerzahl bis um 1900 von rund 1100 auf etwa 3000. In der Zwischenkriegszeit siedelten sich weitere Betriebe an, darunter eine Glasfabrik und eine Verzinkerei (siehe Abschnitt Altlasten).[5]

1938 wurde Brunn am Gebirge im Zuge der Schaffung von Groß-Wien in den 24. Wiener Gemeindebezirk (Mödling) eingegliedert. Der Zweite Weltkrieg hinterließ Kriegsschäden. 1954 wurde die Gemeinde wieder aus Wien ausgegliedert und kehrte zu Niederösterreich zurück.[6]

Zeit des Nationalsozialismus

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Wie zahlreiche andere Gemeinden untersagte Brunn am Gebirge im Zuge der nationalsozialistischen Judenverfolgung Juden den Aufenthalt im Ortsgebiet. Eine im Wien Museum verwahrte Fotografie aus den Jahren 1938 bis 1945 zeigt an der Ortseinfahrt ein Schild mit der Aufschrift „Juden unerwünscht“.[7]

Zu den Brunner Opfern des Nationalsozialismus zählte der Offizier Adolf Sterz (1875–1939), der im Juni 1938 wegen seiner österreichisch-patriotischen Haltung verhaftet und im KZ Dachau inhaftiert wurde und 1939 an den Haftfolgen starb; nach ihm ist die Adolf-Sterz-Straße benannt. Ein 1950 enthülltes Denkmal im Schulpark (Feldgasse 1) erinnert an zehn zwischen 1934 und 1945 ums Leben gekommene Arbeiter, eine Gedenktafel am ehemaligen KPÖ-Haus (Bahnstraße 2) an ermordete Kommunisten. An weitere Opfer des Widerstands erinnern Straßenbenennungen wie der Franz-Anderle-Platz, die Jakob-Fuchs-Gasse, die Franz-Rehmann-Gasse und die Max-Schrems-Gasse.[8]

Die Brautradition in Brunn am Gebirge begann 1790 in Form einer Kleinbrauerei. 1847 wurde die Brunner-Brau-Aktien-Gesellschaft gegründet, deren Areal 19 ha umfasste und die zu einer der größten Brauereien der damaligen Monarchie aufstieg. Über 200 Beschäftigte brauten mehr als 200.000 hl pro Jahr in zahlreichen Sorten. 1929 wurde die Brunner Brauerei an die Österreichische Brau AG verkauft, der Liesinger Brauerei angegliedert und als eigenständiges Unternehmen aufgelöst. Einige Ausstellungsstücke im Brauereimuseum im Brunner Heimathaus erinnern noch an diese Zeit.[9]

Die römisch-katholische Pfarre Brunn am Gebirge mit der Pfarrkirche St. Kunigunde gehört zum Vikariat unter dem Wienerwald der Erzdiözese Wien.[10]

Seit 2021 besteht in Brunn am Gebirge zudem die rumänischsprachige Pfingstgemeinde Elim (Biserica Penticostală Elim), die zur Pfingstkirche Gemeinde Gottes in Österreich gehört. Sie ging aus einer um 1980 entstandenen Wiener rumänischen Pfingstgemeinde hervor und eröffnete ihr Kirchengebäude am Rennweg 85 am 8. Mai 2021; die Gottesdienste werden auf Rumänisch und Deutsch gehalten.[11] Am 8. Juli 2024 wurde das Gebäude schwer beschädigt, als ein Mann mehrfach mit einem Lastkraftwagen dagegen fuhr; die drei zu diesem Zeitpunkt anwesenden Personen, darunter der Pastor, blieben unverletzt.[12]

Bevölkerungsentwicklung

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Brunn am Gebirge: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
 
2.089
1880
 
2.243
1890
 
2.965
1900
 
3.479
1910
 
4.547
1923
 
4.900
1934
 
5.599
1939
 
5.823
1951
 
5.875
1961
 
5.788
1971
 
7.080
1981
 
7.975
1991
 
8.573
2001
 
9.422
2011
 
11.308
2021
 
12.078
2026
 
12.308
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Die Jugendstil-Reihenhaussiedlung in der Franz Keim-Gasse

Im „Gliedererhof“ lebte Rudolf Steiner bis zu seiner Berufung nach Weimar als Herausgeber der Naturwissenschaftlichen Schriften Goethes in der Weimarer Ausgabe (Sophien-Ausgabe). Dort schrieb er auch die Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften in Joseph Kürschners National-Literatur sowie die Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung.

Die der hl. Kunigunde geweihte Pfarrkirche ist eine spätgotische Wallfahrtskirche des 15./16. Jahrhunderts mit Maßwerkfenstern und einem barocken Hochaltar; im 19. Jahrhundert wurde sie regotisiert.[13] Ihr Grundriss weist Ähnlichkeiten mit dem des von Rudolf Steiner entworfenen ersten Goetheanums auf, eines monumentalen Holzbaus in Dornach im Kanton Solothurn in der Schweiz. Sie soll von den Baumeistern des Wiener Stephansdoms errichtet worden sein.

Jugendstilreihenhäuser

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Die Jugendstilreihenhäuser in Brunn gelten als das einheitlichste Ensemble im Stil der Wiener Secession. Die zehn Reihenhäuser in der Franz Keim-Gasse wurden ab 1902 von dem Architekten Sepp Hubatsch errichtet.

Veranstaltungen

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Veranstaltungszentrum Bruno (360°)
Als Kugelpanorama anzeigen

In Brunn fand seit 2007 das Internationale Brunner Boogie Woogie-Piano & Blues-Festival statt.[14][15]

In Brunn am Gebirge bestehen mehrere Sportvereine, darunter der Fußballverein Sportclub Brunn am Gebirge (SC Brunn)[16] und die Sportunion Brunn am Gebirge.[17]

Wirtschaft und Infrastruktur

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Heute ist nur mehr ein kleiner Teil der Bevölkerung im Weinbau tätig; die Weingärten liegen an den Hängen des Wienerwaldes. Der Großteil ist in Industrie- und Handelsbetrieben, die sich im Industriegebiet sowie im Campus 21 angesiedelt haben, sowie in Wien tätig.

Im Osten der Gemeinde – entlang der Industrie- und Gewerbegebiete sowie im 1999 fertiggestellten Businesspark Campus 21 mit rund 150 Betrieben – haben zahlreiche Unternehmen ihren Standort. Mehrere Firmen haben in Brunn ihre Österreich-Zentrale: So haben McDonald’s Österreich[18] und die TÜV-Austria-Gruppe mit rund 300 Beschäftigten[19] hier ihren Sitz; ebenso hat der Enterprise Softwarehersteller ISIS Papyrus seinen Hauptsitz in Brunn.[20] Zu den Industrie- und Gewerbebetrieben zählen unter anderem die Pumpenfirma Flowserve und die österreichische Niederlassung von Scania. In Brunn eröffnete Hornbach im August 1996 seine erste Österreich-Filiale.[21]

Eine lange industrielle Tradition hat das Feuerverzinken: 1916 richtete Heinrich Bablik in Brunn eine erste Verzinkerei ein, aus der seine Söhne 1926 die Brunner Verzinkerei Brüder Bablik formten – einen der frühen Betriebe der Feuerverzinkung in Österreich. 1986 wurde der Betrieb von der deutschen Kopf-Gruppe übernommen und firmiert seither als Zinkpower Brunn; die Anlage im Bereich des Goldtruhenbaches ist bis heute in Betrieb.[22]

Ende Jänner 2025 eröffnete im Osten der Gemeinde mit Topgolf Wien die erste Topgolf-Anlage Österreichs, eine über 30.000 m² große, dreigeschossige Golf-Unterhaltungsanlage mit 102 Abschlagplätzen und einem rund 200 m langen Außenfeld.[23] Der Betrieb stieß bei Anrainern wegen Lärm- und Lichtemissionen auf Kritik.[24]

Brunn am Gebirge liegt im Weinbaugebiet Thermenregion; die Weingärten ziehen sich über die Hänge des Wienerwaldes. Urkundlich ist der Weinbau in Brunn seit 1338 nachweisbar. Seine Blütezeit erlebte er im 15. und 17. Jahrhundert, als Brunner Weine bis an den Wiener Hof sowie nach Ungarn und Frankreich geliefert wurden. Die zweite Türkenbelagerung 1683 sowie zwischen 1866 und 1893 Spätfröste, die Reblaus und Unwetter setzten dem Weinbau schwer zu. Weil die Brunner Weinhauer zwischen den engen Rebzeilen häufig kleine Pfirsichbäume pflanzten, erhielten die Ortsbewohner den Spitznamen „Pfeascha“ (Pfirsich). Heute bewirtschaften rund elf im Weinbauverein Brunn am Gebirge zusammengeschlossene Betriebe die Rieden und betreiben Heurige.[25]

Zwischen Brunn und Perchtoldsdorf liegt die Wiener Außenringautobahn A 21. Auch zur Südautobahn besteht eine günstige Verbindung.

Brunn hat gemeinsam mit Maria Enzersdorf eine Haltestelle an der Südbahn, die auf Brunner Gemeindegebiet liegt, aber den Namen Brunn-Maria Enzersdorf (Brunn-Ma. Enzersdorf) trägt. Im Jahr 1998 wurde der vorhandene Bahnhof in eine unbesetzte Haltestelle der ÖBB umgewandelt. Der aus dem Jahr 1862 stammende Bau, dem der Abriss drohte, wurde von der Gemeinde Brunn erworben und revitalisiert.[26]

Im Zuge des von den ÖBB geplanten viergleisigen Ausbaus der Südbahn zwischen Wien Meidling und Mödling (Inbetriebnahme nach derzeitiger Planung 2037) soll auf Brunner Gemeindegebiet eine zusätzliche Südbahn-Station entstehen, die unter dem Arbeitstitel Brunn Europaring geplant wird und unter anderem das neue Stadtentwicklungsgebiet quartier21 erschließen soll.[27]

Netzbetreiber der Stromversorgung ist – anders als in weiten Teilen Niederösterreichs, wo die EVN das Verteilnetz betreibt – die Wiener Netze GmbH (Wien Energie). Ursache ist die Zugehörigkeit Brunns zu Groß-Wien (1938–1954), während der die Randgemeinden des Bezirks Mödling an das Wiener Stromnetz angeschlossen wurden und auch nach der Rückgliederung 1954 dort verblieben. Die Gasversorgung ist dagegen durch die EVN gewährleistet. Aufgrund des geringen Anteils der Eigenversorgung mit Trinkwasser (ca. 2–5 %) liefern der Wasser-Leitungs-Verband der Triestingtal- und Südbahngemeinden sowie die EVN zusätzliches Trinkwasser an die Gemeinde.

Im dicht verbauten Gebiet ist Brunn fast vollständig mit biogener Fernwärme aufgeschlossen, die im Biomasseheizkraftwerk Mödling erzeugt wird. Sowohl öffentliche Gebäude wie Schulen und Ämter als auch Gewerbe- und Industriebetriebe sowie großvolumige Wohnbauten werden damit versorgt.

Altlasten und Revitalisierung

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In Brunn am Gebirge befanden sich im Bereich des Goldtruhenbaches die Standorte von drei teerverarbeitenden Betrieben, einer Lackfabrik und einer Glasfabrik. Eine Verzinkerei im selben Bereich ist heute noch in Betrieb. Im untersuchten Bereich in der Umgebung des Goldtruhenbaches wurden großflächig Verunreinigungen des Untergrundes durch Teeröl festgestellt, die sich auf einer Länge von ca. 750 m und einer Fläche von ca. 100.000 m² erstrecken und vom Norden im Bereich der Verzinkerei über den Bereich der Lackfabrik und der Dachpappenfabrik Goldtruhenweg hinaus bis weit in den Süden reichen. Diese Verunreinigungen wurden im Altlastenatlas aufgenommen und stellen teilweise eine erhebliche Gefahr für die Umwelt dar.[28]

Die 2004 stillgelegte Glasfabrik wurde abgetragen und ihr Areal saniert. Auf dem rund acht Hektar großen, dekontaminierten Gelände errichtet die Wiener Städtische gemeinsam mit gemeinnützigen Bauträgern das Stadtentwicklungsprojekt quartier21 – die grüne Mitte mit rund 580 Wohnungen (etwa zur Hälfte gefördert), einem öffentlichen Park und Nahversorgungseinrichtungen.[29] Die ersten Wohnungen sollen ab 2027 bezogen werden.[30]

Bildung und öffentliche Einrichtungen

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In der Gemeinde gibt es fünf Kindergärten,[31] zwei Volksschulen und eine Mittelschule.[32]

Heeresbekleidungsanstalt

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An der Alexander-Groß-Gasse betreibt das Bundesheer die Heeresbekleidungsanstalt (HBA), die zentrale Bekleidungs- und Ausrüstungsstelle des österreichischen Heeres. Sie geht auf das 1913 – auf einem bereits 1867 vom Militär erworbenen Gelände – errichtete k.u.k. Monturdepot Nr. 5 zurück, das im Ersten Weltkrieg auf rund 54 Baracken (mit Dampfwäscherei und einem Kriegsgefangenenlager) anwuchs. In der Zwischenkriegszeit erhielt es den Namen Heeresbekleidungsanstalt; im Zweiten Weltkrieg firmierte es als „Bekleidungsamt Wien“. Nach der sowjetischen Besatzung kehrte der Betrieb 1957 nach Brunn zurück und wurde in den 1990er-Jahren umfassend saniert; 2023 beging die Anstalt ihr 110-jähriges Bestehen.[33]

Der Gemeinderat umfasst 37 Mandate. Bei der Gemeinderatswahl 2025 ergab sich folgende Mandats- und Stimmenverteilung:

Gemeinderatswahl 2025
Stimmenanteile in Prozent (Vergleich mit 2020)
 %
50
40
30
20
10
0
44,7 %
28,0 %
9,9 %
8,1 %
6,6 %
2,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2020
 %p
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
+2,26 %p
−0,55 %p
−3,45 %p
+4,09 %p
−1,94 %p
−0,3 %p
Gemeinderatswahl 2025[34]
Liste Stimmen Prozent Mandate
SPÖ 2.664 44,7 % 17
ÖVP 1.670 28,0 % 11
GRÜNE 591 9,9 % 3
FPÖ 481 8,1 % 3
NEOS 391 6,6 % 2
WIR 164 2,8 % 1
Gesamt 5.961 gültige Stimmen 100 % 37 Mandate

Abgegebene Stimmen: 5.991; davon 29 ungültig. Wahlbeteiligung 2025: 61,8 % (9.699 Wahlberechtigte).

Im Lauf der Wahlperiode kam es zu Fraktionswechseln; die aktuelle Sitzverteilung weicht daher vom Wahlergebnis ab und beträgt (Stand 2026) SPÖ 18, ÖVP 10, FPÖ 3, Grüne 2, NEOS 1, WIR 1 sowie zwei fraktionslose Mandate.[35]

Sitzverteilung im Gemeinderat nach den Wahlen

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Bei der Wahl 2020 lagen die Stimmenanteile bei 42,44 % (SPÖ), 28,55 % (ÖVP), 13,35 % (Grüne), 8,54 % (NEOS), 4,01 % (FPÖ) und 3,10 % (WIR); die Wahlbeteiligung stieg von 53,42 % (2015) über 55,81 % (2020) auf 61,8 % (2025).

Gemeindevorstand

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Städtepartnerschaften

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Persönlichkeiten

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Brunn und seine Umgebung um 1872 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Söhne und Töchter der Gemeinde

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Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

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  • Franz Bernhard von Keeß (1720–1795), Jurist und Dirigent
  • Franz Georg von Keeß (1747–1799), Jurist und Rechtswissenschaftler in Wien
  • Franz Keim (1840–1918), Schriftsteller, lebte und starb in Brunn
  • Victor Wodiczka (1851–1898), Schriftsteller, lebte in Brunn und ist dort begraben
  • Rudolf Steiner (1861–1925), Publizist, Esoteriker und Vortragsredner, lebte von 1882 bis 1887 in Brunn (siehe Gedenkstätte im Gliedererhof)
  • Albert Huttary (1908–1978), Kommunist und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, arbeitete in Brunn
  • Jakob Fuchs (1911–1944), Kommunist und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, arbeitete in Brunn
  • Theo Braun (1922–2006), Maler und Grafiker, lebte und starb in Brunn
  • Horst Friedrich Mayer (1936–2003), Journalist beim ORF, lebte in Brunn und ist dort begraben
  • Ernst Vlcek (1941–2008), Schriftsteller, lebte und starb in Brunn
  • Rainhard Fendrich (* 1955), Sänger und Liedermacher, wohnte in Brunn[40]
  • Günther Thömmes (* 1963), deutscher Braumeister und Autor historischer Romane, lebt seit 2003 in Brunn
  • Indra Collini (* 1970), Politikerin (NEOS), Landessprecherin der NEOS Niederösterreich und Landtagsabgeordnete, lebt in Brunn
  • Martin Zeiller: Brunn. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Provinciarum Austriacarum. Austria, Styria, Carinthia, Carniolia, Tyrolis … (= Topographia Germaniae. Band 10). 3. Auflage. Matthaeus Merians Erben, Frankfurt am Main 1679, S. 13 (Volltext [Wikisource]).
  • Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Wienerwald. 7 von 34 Bänden. 1. Band: Achau bis Furth. Mechitaristen, Wien 1832, S. 134 (Brunn am GebirgeInternet Archive – 2., ganz unveränderte Auflage).
  • Peter Stadler et al.: Early Neolithic Settlement Brunn am Gebirge, Wolfholz, in Lower Austria (BUFM Band 88), Volume 1 / part a und b.
Commons: Brunn am Gebirge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Brunn am Gebirge – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. Franz Toula: Die Tiefbohrung bis 600 m Tiefe auf dem Gebiete der Fabrik chemischer Produkte und zwar der Holzverkohlungs-Industrie-Aktien-Gesellschaft in Liesing bei Wien. In: Nova Acta. Abhandlungen der Kaiserlich Leopoldinisch-Carolinischen Deutschen Akademie der Naturforscher. Band C, Nr. 3. Halle 1914. S. 56.
  2. Peter Stadler, Nadezhda Kotova (Hrsg.): Early Neolithic Settlement Brunn am Gebirge, Wolfsholz Site 2 in Lower Austria and the Origin of the Western Linear Pottery Culture (LPC). Weißbach, Beier&Beran 2010.
  3. Heinz Gerstbach: Die Römische Wasserleitung durch Hietzing nach Vindobona. Siedlungen zur Römerzeit im Bezirk Hietzing und römische Straßen in seiner Umgebung. In: Fenster in die Vergangenheit. Lokalgeschichtliche Schriftenreihe des 13. Wiener Gemeindebezirkes – Hietzing. Ausgabe 10. Hrsg. Bezirksmuseum Hietzing, Wien 2022. ZDB-ID 2285373-X. S. 74.
  4. Brunn am Gebirge. In: AEIOU Österreich-Lexikon. Austria-Forum, abgerufen am 16. Juli 2026.
  5. 1 2 3 Geschichte. Marktgemeinde Brunn am Gebirge, abgerufen am 16. Juli 2026.
  6. Brunn am Gebirge. In: Wien Geschichte Wiki. Stadt Wien, abgerufen am 16. Juli 2026.
  7. Ortseinfahrt vor Brunn am Gebirge (Inventarnummer 223969). Wien Museum, abgerufen am 16. Juli 2026.
  8. Bezirk Mödling. (PDF) Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, abgerufen am 16. Juli 2026.
  9. Buch-Dokumentation: Die Geschichte der Brunner Brauerei – 1790 bis 1930 – Eine Spurensuche von Dipl. Braumeister Günther Thömmes. Selbstverlag, Dezember 2010.
  10. Pfarre Brunn am Gebirge. Erzdiözese Wien, abgerufen am 16. Juli 2026.
  11. Wer wir sind. Pfingstkirche Elim Brunn, abgerufen am 16. Juli 2026.
  12. Mann nach Lkw-Fahrt gegen Pfingstkirche in Haft. In: katholisch.at. 9. Juli 2024, abgerufen am 16. Juli 2026.
  13. Pfarrkirche Brunn am Gebirge, St. Kunigunde. Niederösterreich Werbung, abgerufen am 16. Juli 2026.
  14. Internationales Brunner Blues & Boogie Festival. In: boogie-online.de. 2014, abgerufen am 21. August 2023.
  15. Summer Time Blues und Boogie Woogie in Brunn. In: meinbezirk.at. 31. Juli 2023, abgerufen am 21. August 2023.
  16. Sportclub Brunn am Gebirge. Marktgemeinde Brunn am Gebirge, abgerufen am 16. Juli 2026.
  17. SPORTUNION Brunn am Gebirge. SPORTUNION Österreich, abgerufen am 16. Juli 2026.
  18. McDonald’s Austria Gesellschaft m.b.H., 2345 Brunn am Gebirge. In: Firmenbuch (evi.gv.at). Abgerufen am 16. Juli 2026.
  19. TÜV übersiedelt nach Brunn am Gebirge. In: noe.ORF.at. Abgerufen am 16. Juli 2026.
  20. ISIS Papyrus Europe AG. In: firmenabc.at. Abgerufen am 16. Juli 2026.
  21. 20 Jahre Hornbach in Österreich. In: meinbezirk.at. 31. August 2016, abgerufen am 2. Juli 2017.
  22. 100 Jahre Feuerverzinken in Brunn/Gebirge. Zinkpower / Kopf Gruppe, abgerufen am 16. Juli 2026.
  23. Erste Topgolf-Anlage Österreichs eröffnet im Jänner. In: oe24.at. Januar 2025, abgerufen am 16. Juli 2026.
  24. Topgolf-Anlage in Brunn am Gebirge geöffnet. In: meinbezirk.at. 2025, abgerufen am 16. Juli 2026.
  25. Weinbaugeschichte. Weinbauverein Brunn am Gebirge, abgerufen am 16. Juli 2026.
  26. Ein Bahnhof mit neuer Nutzung (Memento vom 25. Oktober 2007 im Internet Archive) in der Broschüre NÖ gestalten – Ausgabe 112.
  27. Ausbau Meidling–Mödling. ÖBB-Infrastruktur AG, abgerufen am 16. Juli 2026.
  28. Altlast N87: Teerölverunreinigung Brunn. In: Altlastenatlas. Umweltbundesamt, abgerufen am 16. Juli 2026.
  29. quartier21: Grünes Licht für preiswerten Wohnbau für Brunn/Gebirge. Wiener Städtische Versicherung, abgerufen am 16. Juli 2026.
  30. Quartier 21: 580 neue Wohnungen ab Herbst 2027. In: noe24.at. Abgerufen am 16. Juli 2026.
  31. Kindergärten in NÖ. NÖ Landesregierung, abgerufen am 29. Oktober 2020.
  32. Schulensuche. In: Schulen online. Abgerufen am 23. September 2020.
  33. Heeresbekleidungsanstalt Brunn. denkmal heer, abgerufen am 16. Juli 2026.
  34. Marktgemeinde Brunn am Gebirge: Kundmachung: Ergebnis der Gemeinderatswahl 2025. (PDF) 27. Januar 2025, abgerufen am 28. Januar 2025.
  35. Gemeinderat. Marktgemeinde Brunn am Gebirge, abgerufen am 16. Juli 2026.
  36. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Brunn am Gebirge. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 16. Juli 2026.
  37. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2025 in Brunn am Gebirge. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2025, abgerufen am 16. Juli 2026.
  38. SPÖ & NEOS ziehen Resümee – Brunn ist rot-pinker Vorreiter. In: Niederösterreichische Nachrichten. Abgerufen am 16. Juli 2026.
  39. SPÖ Brunn am Gebirge: Rot-grüne Koalition in Brunn am Gebirge. In: brunnamgebirge.spoe.at. 2025, abgerufen am 16. Juli 2026.
  40. Rainhard Fendrichs neues Leben in Wien. In: oe24.at. Abgerufen am 16. Juli 2026.