Altenquotient
Altenquotient (in der Schweiz meist Altersquotient, englisch old-age dependency ratio) ist ein Begriff aus der Demografie. Er gibt das Verhältnis der Zahl älterer Menschen zur Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter in einer bestimmten Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt an. Üblicherweise wird der Quotient als Zahl älterer Personen je 100 Personen im erwerbsfähigen Alter angegeben.[1][2]
Der Altenquotient ist neben dem Jugendquotienten eine Komponente des Abhängigenquotienten. Während der Jugendquotient das Verhältnis der jüngeren Bevölkerung zur Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter beschreibt, bezieht sich der Altenquotient auf die ältere Bevölkerung ab einem bestimmten Lebensjahr (beispielsweise 65 Jahre und älter). Der Altenquotient bezieht sich immer auf eine bestimmte Bevölkerung und einen bestimmten Zeitpunkt. Die verwendeten Altersgrenzen können je nach Statistik unterschiedlich sein und sollten daher angegeben werden.
Berechnung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Häufig wird der Altenquotient bezogen auf untere und obere Altersgrenzen von 20 und 65 Jahren angegeben und somit wie folgt berechnet:
Ein Altenquotient von 30 bedeutet demnach, dass auf 100 Personen im Alter von 20 bis 64 Jahren 30 Personen im Alter von 65 Jahren oder älter kommen.
In Deutschland und der Schweiz definieren die staatlichen Statistikämter Statistisches Bundesamt und Bundesamt für Statistik den Altersquotienten als Verhältnis der 65-Jährigen und Älteren zu den 20- bis 64-jährigen Personen.[2] Auch die OECD verwendet für den old-age dependency ratio die Abgrenzung der Personen ab 65 Jahren im Verhältnis zu Personen im Alter von 20 bis 64 Jahren.[3] In anderen internationalen Statistiken, etwa bei der Weltbank, wird die ältere Bevölkerung ab 65 Jahren dagegen häufig auf die Bevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren bezogen.[4]
Interpretation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Altenquotient wird als Indikator für die demografische Alterung einer Bevölkerung verwendet. Ein steigender Altenquotient zeigt an, dass der Anteil älterer Menschen im Verhältnis zur Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zunimmt.
Der Quotient sagt jedoch nicht aus, wie viele Personen tatsächlich erwerbstätig sind oder nicht erwerbstätig sind. Personen oberhalb der verwendeten Altersgrenze können weiterhin arbeiten, während Personen im erwerbsfähigen Alter arbeitslos, in Ausbildung oder aus anderen Gründen nicht erwerbstätig sein können. Der Altenquotient ist daher eine demografische Kennzahl und kein direktes Maß für die tatsächliche wirtschaftliche Belastung.
Empirische Daten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Jugend- und Altersquotient
Schweiz, 2005–2025
(Altersgrenzen: 20 und 65 Jahre)
In der Schweiz kamen 2025 gemäß provisorischen Ergebnissen des Bundesamtes für Statistik 32,9 Personen ab 65 Jahren auf 100 Personen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren. Im Jahr 2005 hatte der entsprechende Wert 25,7 betragen, 2015 lag er bei 29,0. Im Jahr 2025 überstieg die Zahl der Personen ab 65 Jahren erstmals die Anzahl der Personen unter 20 Jahren, was die fortschreitende demografische Alterung aufzeigt.[6]
In Deutschland entfielen 2024 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf 100 Personen im Alter von 20 bis unter 65 Jahren etwa 39 Personen im Alter ab 65 Jahren.[7]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Altenquotient. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 21. Mai 2026.
- 1 2 Definition: Altersquotient. Bundesamt für Statistik, 21. August 2018, abgerufen am 21. Mai 2026.
- ↑ Old-age dependency ratio. OECD, abgerufen am 21. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Age dependency ratio, old (% of working-age population). Weltbank, abgerufen am 21. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Demografische Alterung nimmt in der Schweiz weiter zu. In: admin.ch/de. Bundesamt für Statistik, 2. April 2026, abgerufen am 21. Mai 2026.
- ↑ Demografische Alterung nimmt in der Schweiz weiter zu. Bundesamt für Statistik, 2. April 2026, abgerufen am 21. Mai 2026.
- ↑ Bevölkerung im Erwerbsalter sowie Seniorinnen und Senioren. Statistisches Bundesamt, 9. Oktober 2025, abgerufen am 21. Mai 2026.